
Kennst du diesen Spaziergang, bei dem du eigentlich nur kurz mit deinem Welpen raus wolltest?
So ganz entspannt.
Frische Luft.
Ein bisschen schnüffeln.
Vielleicht ein süßer Moment, in dem dein Welpe dich anschaut und du denkst: „Ach, wir werden so ein gutes Team.“
Und dann frisst dein Welpe plötzlich irgendwas vom Boden.
Du weißt nicht was.
Er weiß vermutlich auch nicht was.
Aber es war offenbar wichtig genug, um es mit der Geschwindigkeit eines kleinen Staubsaugers einzusaugen.
Willkommen in der Phase: Welpe frisst draußen alles.
Blätter.
Erde.
Gras.
Kot.
Steine.
Stöcke.
Taschentücher.
Müll.
Federn.
Rindenstücke.
Irgendwelche Krümel, bei denen man sich ernsthaft fragt, ob man jetzt den Tatort absperren sollte.
Und du stehst daneben mit Leine, Puls und diesem Gesichtsausdruck: „Bitte sag mir, dass du das gerade nicht geschluckt hast.“
Wenn dein Welpe draußen alles frisst, bist du damit wirklich nicht allein. Viele Welpen erkunden die Welt mit dem Maul. Das ist erstmal normal. Aber, und jetzt kommt der wichtige Teil: Nur weil es häufig vorkommt, heißt das nicht, dass es ungefährlich ist.
Draußen kann dein Welpe Dinge aufnehmen, die Bauchprobleme, Vergiftungen, Verletzungen oder im schlimmsten Fall einen Darmverschluss verursachen können. Besonders bei unbekannten Pflanzen, Giftködern, Kot, Steinen, Plastik, Zigarettenstummeln oder scharfkantigen Gegenständen solltest du wirklich aufmerksam sein. Die FDA empfiehlt, bei Verdacht auf etwas Gefährliches direkt den Tierarzt oder eine Tiergiftzentrale zu kontaktieren.
In diesem Beitrag zeige ich dir, warum Welpen draußen so viel aufsammeln und wie du liebevoll gegensteuerst, ohne ständig zu schimpfen oder deinem Welpen alles hektisch aus dem Maul zu reißen.
Denn ganz ehrlich: Wenn dein Welpe lernt, dass du ihm alles panisch wegnimmst, wird er nicht automatisch sicherer. Er wird oft nur schneller.
Und niemand braucht einen Welpen, der heimlich Dinge inhaliert wie ein Labrador mit Geheimauftrag.
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Warum frisst mein Welpe draußen alles?
Welpen erkunden ihre Welt mit dem Maul. Genau wie kleine Kinder Dinge anfassen, in den Mund nehmen oder untersuchen, nutzen Welpen Nase, Zähne und Zunge, um ihre Umgebung kennenzulernen.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass dein Welpe „ungezogen“ ist.
Meistens steckt dahinter eine Mischung aus:
- Neugier
- Erkundungsverhalten
- Zahnwechsel oder Kaubedürfnis
- Langeweile
- Stress
- Überforderung
- Hunger
- Futtererwartung
- fehlende Orientierung draußen
- Gewohnheit
- Aufmerksamkeit durch den Menschen
- Unsicherheit bei Reizen
Gerade draußen ist für Welpen einfach alles spannend. Ein Blatt ist nicht nur ein Blatt. Es raschelt. Es riecht. Es bewegt sich. Es liegt da wie ein kleines Naturspielzeug mit Premium-Duft.
Ein Stück Erde ist nicht nur Erde. Da sind Gerüche von Tieren, Menschen, Regen, Pflanzen, vielleicht Futterresten.
Und Kot? Ja, leider. Für uns maximal eklig. Für manche Welpen ein olfaktorisches Erlebnis mit fragwürdigem Michelin-Stern.
Das impliziert: Dein Welpe macht das nicht, um dich zu ärgern. Er ist nicht böse. Er ist auch nicht „frech“. Er lernt gerade, wie Welt funktioniert.
Aber du darfst ihm natürlich zeigen: Nicht alles, was draußen liegt, gehört in den Mund.
Ist es gefährlich, wenn mein Welpe draußen alles frisst?
Manches ist harmlos. Ein bisschen Gras oder ein trockenes Blatt ist nicht automatisch Drama.
Aber manches kann wirklich gefährlich werden.
Problematisch sind zum Beispiel:
- Steine
- Stöcke und Holzsplitter
- Plastik
- Zigarettenstummel
- Kot anderer Tiere
- tote Tiere
- unbekannte Pflanzen
- Pilze
- Knochenreste
- Essensreste
- Schokolade
- Giftköder
- Schneckenkorn
- Medikamente
- Batterien oder Metallteile
- Schnüre, Fäden oder Bänder
Fremdkörper können sich im Magen-Darm-Trakt festsetzen und zu ernsten Problemen führen. VCA beschreibt Pica als das wiederholte Fressen von Nicht-Futter-Dingen wie Steinen, Stoff, Papier, Stöcken oder Mulch und nennt unter anderem Stress, Frust, medizinische Ursachen und Mangelzustände als mögliche Auslöser.
Bitte nimm es ernst, wenn dein Welpe nicht nur mal neugierig probiert, sondern wirklich ständig Dinge frisst oder gezielt nach Nicht-Futter sucht.
Das ist dann nicht nur „Welpe halt“.
Das ist ein Thema, das Training, Management und manchmal auch einen tierärztlichen Check braucht.
Wann solltest du sofort zum Tierarzt?
Bitte kontaktiere sofort deinen Tierarzt oder eine Tierklinik, wenn dein Welpe etwas potenziell Giftiges oder Gefährliches aufgenommen hat.
Besonders dringend ist es bei:
- Giftköderverdacht
- Schneckenkorn
- Medikamenten
- Schokolade
- Trauben oder Rosinen
- Zigarettenstummeln
- Batterien
- scharfen Gegenständen
- größeren Steinen
- Schnüren, Fäden oder Bändern
- unbekannten Pilzen
- starkem Erbrechen
- Durchfall mit Blut
- starkem Speicheln
- Zittern
- Schwäche
- Krämpfen
- aufgeblähtem Bauch
- Schmerzreaktionen
- Appetitlosigkeit
- auffälliger Müdigkeit
Die ASPCA Poison Control ist rund um die Uhr erreichbar und empfiehlt, bei Verdacht auf eine giftige Aufnahme direkt Hilfe zu holen.
Wichtig: Bitte löse Erbrechen niemals auf eigene Faust aus. Manche Dinge können beim Erbrechen noch mehr Schaden verursachen, zum Beispiel scharfe Gegenstände, ätzende Stoffe oder bestimmte Fremdkörper.
Und bitte zieh niemals an einem Faden oder einer Schnur, die aus dem Maul oder After hängt. Das kann den Darm verletzen. In so einem Fall sofort tierärztlich abklären lassen.
Ja, das klingt jetzt kurz weniger Pinterest und mehr Notaufnahme. Aber genau diese Hinweise gehören in so einen Beitrag rein, weil Sicherheit vor Ästhetik geht. Immer.
Der häufigste Fehler: ständig hektisch alles wegnehmen
Ich verstehe es wirklich.
Dein Welpe nimmt etwas ins Maul.
Du bekommst Panik.
Du greifst hin.
Du sagst „Aus! Nein! Pfui! Lass das!“
Der Welpe merkt: „Oh. Dieses Ding ist offenbar sehr wertvoll.“
Und beim nächsten Mal?
Schluckt er schneller.
Oder rennt weg.
Oder klemmt den Fund zwischen die Zähne wie ein kleiner illegaler Schatzmeister.
Das Problem ist: Wenn du deinem Welpen ständig Dinge hektisch wegnimmst, kann daraus ein Spiel oder sogar Verteidigungsverhalten entstehen.
Dein Welpe lernt dann nicht unbedingt: „Ich soll draußen nichts aufnehmen.“
Er lernt vielleicht: „Wenn ich etwas finde, muss ich schnell sein.“
Und genau das wollen wir nicht.
Deshalb ist Tauschen statt Schimpfen so wichtig.
Nicht bei gefährlichen Dingen, da geht Sicherheit vor. Aber im Training und bei ungefährlichen Übungsgegenständen ist Tauschen Gold wert.
Der American Kennel Club empfiehlt beim „Aus“-Training ebenfalls den Tauschgedanken: Der Hund bekommt etwas Attraktives dafür, dass er den Gegenstand loslässt.
Meine Affiliate-Empfehlungen für sichere Spaziergänge mit Welpe
Du brauchst nicht 30 Dinge. Aber ein paar Helfer können dir draußen wirklich den Hintern retten. Und manchmal auch den Magen deines Welpen.
1. Leckerlibeutel fürs schnelle Umlenken
Wenn dein Welpe draußen ständig Dinge aufsammelt, brauchst du gute Belohnungen schnell griffbereit. Nicht irgendwo tief in der Jackentasche zwischen Taschentuch und altem Krümel.
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2. Weiche Trainingsleckerlis
Für Tauschen, Rückruf, Blickkontakt und „Lass es“ brauchst du kleine, weiche Leckerlis, die dein Welpe schnell fressen kann.
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3. Lange Trainingsleine
Eine lange Leine hilft dir, deinem Welpen etwas Bewegungsfreiheit zu geben, ohne dass er komplett unkontrolliert ins Wegesrand-Buffet abtaucht.
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4. Gut sitzendes Welpengeschirr
Ein bequemes Geschirr ist wichtig, wenn du draußen sicher führen möchtest. Gerade wenn dein Welpe plötzlich zu etwas hinzieht, sollte nichts einschneiden.
5. Snackdummy oder Futterdummy
Ein Futterdummy kann helfen, Schnüffeln und Suchen in sichere Bahnen zu lenken. Dein Welpe lernt: Spannende Dinge kommen von dir, nicht aus dem nächsten Gebüsch.
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6. Maulkorb für Sicherheitsfälle
Bei Hunden, die draußen wirklich gefährliche Dinge aufnehmen oder bei Giftköderangst, kann ein gut aufgebauter Maulkorb sinnvoll sein. Wichtig: positiv trainieren, nicht einfach draufsetzen.
Welpe frisst draußen alles: 5 sanfte Wege für mehr Sicherheit
Jetzt kommen die 5 Punkte aus deinem Pin. Und ich sag’s direkt: Das Ziel ist nicht, deinen Welpen den ganzen Spaziergang lang zu kontrollieren wie ein Flughafen-Scanner.
Das Ziel ist, Sicherheit, Orientierung und bessere Alternativen aufzubauen.
1. Frühzeitig umlenken
Wenn dein Welpe draußen alles frisst, ist Timing alles.
Viele Menschen reagieren erst, wenn der Welpe das Ding schon im Maul hat.
Dann wird es schwer.
Viel besser ist es, früher zu reagieren.
Also nicht erst bei „Welpe kaut mysteriös“.
Sondern schon bei:
- Welpe scannt den Boden
- Welpe zieht gezielt zu etwas hin
- Welpe bleibt plötzlich stehen
- Welpe senkt den Kopf sehr fokussiert
- Welpe nimmt etwas ins Visier
- Welpe wird hektisch beim Schnüffeln
Das ist dein Moment.
Nicht warten, bis er schon den halben Waldweg probiert hat.
So lenkst du frühzeitig um
Sprich deinen Welpen freundlich an.
Bewege dich ein Stück weg.
Biete ein Leckerli an.
Nutze ein Signal wie „Weiter“ oder „Komm“.
Belohne, wenn er sich löst.
Du kannst auch Futter auf den Boden in eine sichere Richtung streuen. So darf dein Welpe schnüffeln und suchen, aber nicht an der gefährlichen Stelle.
Warum das funktioniert
Dein Welpe lernt: Ich muss nicht alles selbst checken. Mein Mensch hilft mir, spannende Dinge sicherer zu erkunden.
Das ist wichtig. Denn wenn du immer nur verbietest, wird draußen schnell alles zum Konflikt.
Wenn du aber Alternativen anbietest, wird dein Welpe kooperativer.
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2. Tauschen statt Schimpfen
Tauschen ist einer der wichtigsten Schritte, wenn dein Welpe draußen Dinge ins Maul nimmt.
Dein Welpe soll lernen: Wenn ich etwas abgebe, verliere ich nicht einfach. Ich bekomme etwas Besseres.
Das nimmt Druck raus.
Und Druck rausnehmen ist bei Welpen fast immer eine gute Idee.
So übst du Tauschen zuhause
Starte nicht draußen mit einem halb vergammelten Pommesrest. Starte zuhause.
Gib deinem Welpen ein ungefährliches Spielzeug.
Halte ein gutes Leckerli bereit.
Sag freundlich „Tausch“ oder „Aus“.
Halte ihm das Leckerli hin.
Sobald er das Spielzeug loslässt, bekommt er das Leckerli.
Danach gibst du ihm das Spielzeug wieder.
Warum zurückgeben?
Weil dein Welpe lernt: Abgeben bedeutet nicht automatisch, dass alles weg ist.
Das macht ihn entspannter.
So nutzt du Tauschen draußen
Wenn dein Welpe etwas Ungefährliches im Maul hat, bleib ruhig.
Nicht hektisch hinrennen.
Nicht laut werden.
Biete ein richtig gutes Leckerli an.
Sobald er loslässt, belohnen.
Dann gehst du weiter.
Bei gefährlichen Dingen gilt natürlich: Sicherheit geht vor. Wenn dein Welpe etwas wirklich Riskantes im Maul hat, musst du handeln. Aber je besser du Tauschen vorher aufgebaut hast, desto seltener musst du körperlich eingreifen.
3. Mehr Abstand nutzen
Manchmal frisst dein Welpe draußen alles, weil du ihn zu nah an spannende oder gefährliche Stellen lässt.
Und ja, ich weiß. Welpen sind klein, schnell und überraschend talentiert darin, exakt das eine eklige Ding im Gras zu finden.
Aber du kannst viel über Abstand lösen.
Wenn du weißt, dass an bestimmten Stellen viel Müll liegt, viele Essensreste herumliegen oder andere Hunde oft Kot hinterlassen, dann geh nicht direkt daran vorbei.
Abstand ist kein Vermeiden aus Schwäche.
Abstand ist Management.
Und Management ist manchmal einfach schlauer als „Mal schauen, ob er heute wieder ein Taschentuch inhaliert.“
Typische Risikostellen
Achte besonders auf:
- Parkbänke
- Spielplätze
- Mülleimer
- Schulwege
- Bushaltestellen
- Grillplätze
- Hundewiesen
- Wegesränder mit viel Kot
- Gebüsche
- Parkplätze
- Straßenränder
- Picknickwiesen
Das sind oft kleine Buffet-Zonen des Grauens.
So nutzt du Abstand praktisch
Nimm deinen Welpen auf die andere Seite.
Gehe einen Bogen.
Führe ihn an kurzer, aber nicht hektischer Leine vorbei.
Belohne Blickkontakt.
Nutze ein „Weiter“-Signal.
Gib ihm danach an sicherer Stelle wieder Schnüffelfreiheit.
So lernt dein Welpe: Nicht jede Stelle ist zum Erkunden da. Aber es gibt sichere Alternativen.
4. Schnüffeln gezielt erlauben
Das klingt vielleicht erstmal widersprüchlich.
Dein Welpe frisst draußen alles und jetzt soll er schnüffeln dürfen?
Ja. Aber gezielt.
Denn Schnüffeln ist nicht das Problem.
Unkontrolliertes Aufsammeln ist das Problem.
Wenn du deinem Welpen gar keine Möglichkeit gibst, seine Umwelt zu erkunden, steigt oft der Frust. Dann wird alles noch spannender.
Besser ist: Du gibst ihm sichere Schnüffelmomente.
So sieht gezieltes Schnüffeln aus
Such dir eine saubere, sichere Stelle.
Zum Beispiel eine ruhige Wiese, deinen Garten oder einen Bereich, den du vorher kurz checkst.
Gib ein Signal wie „Schnüffeln“.
Lass deinen Welpen in Ruhe erkunden.
Bleib aufmerksam.
Wenn er nur riecht: super.
Wenn er etwas aufnehmen will: ruhig umlenken oder tauschen.
Danach geht ihr weiter.
So lernt dein Welpe: Schnüffeln ist erlaubt. Alles fressen nicht.
Warum gezieltes Schnüffeln wichtig ist
Schnüffeln ist mentale Beschäftigung. Es hilft deinem Welpen, seine Umwelt zu verstehen und Eindrücke zu verarbeiten.
Wenn dein Welpe draußen alles aufnehmen will, steckt manchmal auch Unsicherheit dahinter. Er versucht, über das Maul mehr Informationen zu sammeln.
Gezieltes Schnüffeln gibt ihm diese Möglichkeit, aber sicherer.
5. Ruhe vorher stärken
Jetzt kommt der Punkt, den viele unterschätzen.
Ein Welpe, der draußen alles frisst, ist nicht immer nur neugierig.
Manchmal ist er gestresst.
Überfordert.
Zu müde.
Zu aufgeregt.
Oder insgesamt zu hoch im Erregungslevel.
Dann wird draußen alles noch intensiver. Der Welpe scannt mehr, nimmt mehr auf, reagiert schneller und kann schlechter zuhören.
Wenn dein Welpe vor dem Spaziergang schon drüber ist, wird draußen oft alles schwieriger.
Anzeichen, dass dein Welpe zu aufgeregt ist
Dein Welpe:
- rennt schon vor dem Rausgehen herum
- beißt in die Leine
- springt an dir hoch
- fiept
- kann kaum warten
- stürzt aus der Tür
- zieht sofort zum Boden
- nimmt draußen hektisch alles auf
Dann brauchst du nicht nur draußen Training.
Dann brauchst du vor dem Spaziergang mehr Ruhe.
So stärkst du Ruhe vorher
Mach den Start langweilig.
Zieh dich ruhig an.
Keine hohe Stimme.
Kein „Gassi, Gassi, jaaa!“
Lass deinen Welpen kurz warten.
Geh langsam zur Tür.
Starte mit einer ruhigen ersten Minute.
Wenn dein Welpe komplett hochfährt, geh einen Schritt zurück.
Nicht streng.
Einfach klar.
Warum das hilft
Ein ruhigerer Start macht den Spaziergang sicherer.
Wenn dein Welpe nicht schon mit 180 Prozent Erregung rausgeht, kann er draußen besser denken.
Und ein denkender Welpe frisst oft weniger Quatsch.
Nicht immer. Aber öfter.
Und das ist schon ein Sieg.
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Eine Ruhedecke kann helfen, vor dem Spaziergang kurze Pausen aufzubauen.
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Wenn dein Welpe nach Spaziergängen schwer runterkommt, kann eine Schleckmatte helfen, wieder in Ruhe zu finden.
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Was du vermeiden solltest, wenn dein Welpe draußen alles frisst
1. Dauernd „Nein“ rufen
Wenn du den ganzen Spaziergang nur „Nein, Pfui, Aus, Lass das“ sagst, wird der Spaziergang für euch beide anstrengend. Dein Welpe braucht Alternativen, nicht nur Verbote.
2. Hektisch ins Maul greifen
Manchmal nötig, wenn es gefährlich ist. Aber als Dauerstrategie macht es viele Welpen schneller oder misstrauischer.
3. Zu viel Freiheit an riskanten Orten
An Müllplätzen, Parkbänken oder Hundewiesen sollte dein Welpe nicht komplett frei am Boden suchen dürfen.
4. Zu wenig sichere Schnüffelzeit
Wenn dein Welpe gar nicht erkunden darf, steigt oft der Drang, Dinge heimlich aufzunehmen.
5. Hunger oder Futterthemen ignorieren
Ein sehr hungriger Welpe sucht draußen manchmal stärker nach Essbarem. Prüfe Futtermenge und Fütterungsrhythmus.
6. Gesundheitliche Ursachen übersehen
Wenn dein Welpe wirklich zwanghaft Nicht-Futter frisst, solltest du tierärztlich abklären lassen, ob Magen-Darm-Themen, Parasiten, Mangelzustände oder andere Ursachen dahinterstecken könnten. VCA nennt bei Pica unter anderem medizinische Ursachen wie Magen-Darm-Erkrankungen, Parasiten, Anämie oder Mangelernährung als mögliche Faktoren.
Was tun, wenn dein Welpe Kot frisst?
Kotfressen ist eklig, aber bei Hunden leider nicht selten.
Mögliche Gründe können sein:
- Neugier
- Geruch
- Gewohnheit
- Stress
- Hunger
- Aufmerksamkeit
- Mangel oder Verdauungsthemen
- Nachahmung
- zu viel Gelegenheit
Wichtig ist: Schimpfen hilft meistens wenig.
Besser:
- Kotstellen meiden
- frühzeitig umlenken
- Rückruf und „Weiter“ üben
- hochwertig belohnen
- nicht hektisch reagieren
- Futter und Verdauung prüfen
- bei häufigem Kotfressen tierärztlich abklären lassen
Und ja, ich weiß. Das Thema ist nicht sexy. Aber wenn dein Welpe draußen Kot frisst, ist Management wirklich dein bester Freund.
Was tun, wenn dein Welpe Steine frisst?
Steine sind ernst zu nehmen.
Kleine Steinchen können vielleicht wieder ausgeschieden werden, aber Steine können Zähne beschädigen, im Magen-Darm-Trakt Probleme machen oder zu einem gefährlichen Fremdkörper werden.
Wenn dein Welpe Steine frisst oder schluckt, würde ich das nicht als „Phase“ abtun.
Bitte:
- sofort verhindern, dass weitere Steine aufgenommen werden
- an steinigen Stellen Abstand halten
- Tauschen trainieren
- Maulkorbtraining in Betracht ziehen
- tierärztlich abklären, wenn ein Stein geschluckt wurde
- professionelle Hilfe holen, wenn es wiederholt passiert
Steine sind nicht wie Blätter. Steine sind kein niedliches Welpenhobby.
Steine sind: bitte ernst nehmen.
Braucht mein Welpe einen Maulkorb?
Nicht jeder Welpe braucht einen Maulkorb.
Aber bei bestimmten Situationen kann ein Maulkorb sinnvoll sein. Zum Beispiel wenn dein Welpe draußen gefährliche Dinge aufnimmt und du es trotz Training und Management noch nicht sicher verhindern kannst.
Wichtig: Ein Maulkorb muss gut passen und positiv aufgebaut werden.
Er darf nicht drücken.
Er muss Hecheln ermöglichen.
Er sollte nicht einfach plötzlich aufgesetzt werden.
Und er ist kein Ersatz für Training.
Ein Maulkorb kann Sicherheit geben, während du parallel trainierst.
Das ist nicht peinlich.
Das ist verantwortungsvoll.
Beispiel-Trainingsplan: Welpe frisst draußen alles
Woche 1: Beobachten und Risikostellen erkennen
Schau genau hin: Wo frisst dein Welpe besonders viel? Bei Müll? Auf Wiesen? Bei anderen Hundespuren? Nach aufregenden Situationen?
Woche 2: Tauschen zuhause aufbauen
Übe täglich kurz mit Spielzeug und Leckerli. Dein Welpe soll lernen: Abgeben lohnt sich.
Woche 3: „Weiter“ und Umlenken üben
Trainiere ein freundliches Signal, mit dem dein Welpe sich von Dingen lösen kann.
Woche 4: Sichere Schnüffelstellen einbauen
Gib deinem Welpen bewusst Orte, an denen er schnüffeln darf, ohne alles aufzunehmen.
Woche 5: Schwierige Orte managen
An Mülleimern, Parkbänken und Hundewiesen: mehr Abstand, kürzere Leine, gute Belohnung.
Woche 6: Ruhe vor Spaziergängen stärken
Starte Spaziergänge ruhiger und beobachte, ob dein Welpe draußen weniger hektisch sucht.
Häufige Fragen: Welpe frisst draußen alles
Warum frisst mein Welpe draußen alles?
Viele Welpen erkunden die Welt mit dem Maul. Dazu kommen Neugier, Zahnwechsel, Stress, Überforderung, Hunger oder fehlende Orientierung. Trotzdem solltest du es ernst nehmen, weil draußen auch gefährliche Dinge liegen können.
Was soll ich tun, wenn mein Welpe etwas im Maul hat?
Bleib möglichst ruhig und tausche gegen ein gutes Leckerli. Bei gefährlichen Dingen musst du sofort handeln und im Zweifel tierärztlich abklären lassen.
Ist es schlimm, wenn mein Welpe Blätter oder Erde frisst?
Ein einzelnes Blatt ist meist nicht automatisch dramatisch. Erde, Pflanzen, Pilze oder größere Mengen können aber problematisch sein. Beobachte deinen Welpen und verhindere regelmäßiges Aufnehmen.
Wie trainiere ich „Aus“ oder „Tausch“?
Starte zuhause mit ungefährlichen Gegenständen. Biete ein gutes Leckerli an, sobald dein Welpe loslässt. Wichtig ist, dass Abgeben positiv verknüpft wird.
Wann muss ich zum Tierarzt?
Wenn dein Welpe etwas Giftiges, Scharfes, Unbekanntes, Größeres oder Auffälliges gefressen hat oder Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Zittern, Schwäche, Schmerz, Speicheln oder Appetitlosigkeit zeigt.
Fazit: Wenn dein Welpe draußen alles frisst, braucht er Sicherheit und gute Alternativen
Wenn dein Welpe draußen alles frisst, heißt das nicht, dass du versagt hast.
Es heißt erstmal: Dein Welpe entdeckt die Welt. Nur leider manchmal mit der Zunge an Dingen, die absolut niemand bestellt hat.
Dein Job ist nicht, jeden Spaziergang in einen Kampf zu verwandeln.
Dein Job ist, Sicherheit aufzubauen.
Frühzeitig umlenken.
Tauschen statt schimpfen.
Mehr Abstand nutzen.
Schnüffeln gezielt erlauben.
Ruhe vorher stärken.
So lernt dein Welpe Schritt für Schritt, dass draußen nicht alles in den Mund gehört und dass Orientierung an dir sich lohnt.
Nicht über Nacht.
Nicht perfekt.
Aber mit jedem Spaziergang ein bisschen mehr.
Und irgendwann kommt dieser magische Moment, in dem dein Welpe an einem verdächtigen Taschentuch vorbeigeht, dich anschaut und du denkst:
„Okay. Wir haben gerade einen kleinen Sieg gegen das Wegesrand-Buffet gewonnen.“
Und glaub mir, das fühlt sich an wie ein Oscar mit Pfotenabdruck.
P.S.: Wenn dein Welpe draußen ständig Dinge aufnimmt, speichere dir diesen Beitrag unbedingt ab. Und schau dir gerne meine liebsten Helfer für sichere Spaziergänge an: Leckerlibeutel, Trainingsleckerlis, lange Trainingsleine, Welpengeschirr, Futterdummy und bei Bedarf ein gut aufgebauter Maulkorb. Manchmal braucht dein Welpe nicht mehr Schimpfen, sondern einen sicheren Plan. Das glaubt mir keiner.
