
Kennst du diesen Moment, wenn du denkst: „So, jetzt hatten wir aber genug Programm. Jetzt schläft der Hund bestimmt.“
Hund kommt nicht zur Ruhe.
Und dein Hund?
Läuft dir hinterher.
Legt sich hin.
Steht wieder auf.
Trinkt Wasser.
Schaut aus dem Fenster.
Knabbert am Teppich.
Bringt ein Spielzeug.
Atmet einmal dramatisch.
Und du sitzt da wie eine übermüdete Mutter aus einer Netflix-Serie und denkst: „Warum schläfst du nicht einfach?“
Wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt, fühlt sich das schnell an wie ein kleiner Daueralarm im Alltag. Man liebt dieses Tier natürlich über alles, aber irgendwann fragt man sich schon: Ist mein Hund nicht ausgelastet? Mache ich zu wenig? Muss ich mehr trainieren? Mehr laufen? Mehr spielen? Mehr Beschäftigung?
Und genau hier liegt oft der Denkfehler.
Viele Hunde kommen nicht deshalb nicht zur Ruhe, weil sie zu wenig machen. Viele Hunde kommen nicht zur Ruhe, weil sie zu viel erleben, zu wenig echte Pausen haben oder nie gelernt haben, wie Entspannung überhaupt funktioniert.
Gerade Welpen, Junghunde, sensible Hunde, Labradore, Retriever und sehr reizoffene Hunde können schnell in diesen „immer an“-Modus rutschen. Dann wirkt der Hund hibbelig, unruhig oder ständig fordernd, obwohl er eigentlich müde ist.
Bei Lotti war das ganz ehrlich auch ein Thema. Sie war als junge Hündin unfassbar schnell drüber. Außenreize, neue Situationen, Besuch, Spaziergänge, Training, alles war spannend. Und ich dachte am Anfang natürlich auch: „Okay, vielleicht braucht sie mehr Beschäftigung.“
Plot Twist: Nein.
Mehr Action hat sie nicht automatisch ruhiger gemacht. Manchmal hat es sie noch mehr hochgefahren. Was geholfen hat, waren klare Routinen, feste Ruhezeiten, weniger Reize und Beschäftigung, die sie wirklich runterbringt.
In diesem Beitrag zeige ich dir 5 sanfte Wege, wie dein Hund mehr Entspannung lernen kann. Ohne Druck. Ohne Dominanzquatsch. Ohne „der muss halt mal gehorchen“. Sondern mit Verständnis, Struktur und ein bisschen liebevoller Selbstreflexion.
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Warum kommt mein Hund nicht zur Ruhe?
Wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt, kann das viele Gründe haben. Und bevor wir direkt an Training denken, sollten wir kurz hinschauen, was eigentlich dahinterstecken kann.
Ein Hund, der ständig unruhig ist, ist nicht automatisch „unerzogen“. Oft steckt dahinter:
- zu viele Reize im Alltag
- zu wenig Schlaf
- zu viel körperliche Auslastung
- zu viel Erwartung und Aufmerksamkeit
- fehlende Routinen
- Unsicherheit
- Langeweile oder Frust
- Schmerzen oder gesundheitliche Probleme
- zu wenig gelernte Entspannung
- ein sehr hohes Erregungslevel
Gerade junge Hunde wissen oft gar nicht, wie sie runterfahren sollen. Die sind müde, aber statt sich hinzulegen, drehen sie nochmal komplett auf. Wie Kleinkinder, die eigentlich schlafen müssten, aber plötzlich um 21:47 Uhr entscheiden, dass jetzt der perfekte Zeitpunkt für Parkour über das Sofa ist.
Und ja, Hunde können genauso übermüdet sein.
Wenn dein Hund abends wild wird, ständig Aufmerksamkeit sucht oder nicht abschalten kann, kann das ein Zeichen sein, dass er nicht noch mehr Action braucht, sondern weniger.
Das impliziert: Nicht jeder unruhige Hund braucht mehr Beschäftigung. Manche Hunde brauchen erstmal eine Pause vom Dauerprogramm.
Woran erkenne ich, dass mein Hund nicht entspannen kann?
Ein Hund, der nicht zur Ruhe kommt, zeigt oft bestimmte Verhaltensweisen. Nicht jeder Hund zeigt alles, aber viele Hundeeltern erkennen sich hier ziemlich schnell wieder.
Typische Anzeichen sind:
- dein Hund läuft dir ständig hinterher
- er legt sich hin, steht aber direkt wieder auf
- er wechselt ständig den Liegeplatz
- er fordert permanent Aufmerksamkeit
- er fiept oder bellt ohne klaren Grund
- er kaut an Dingen herum
- er kommt nach Spaziergängen nicht runter
- er dreht abends nochmal richtig auf
- er reagiert auf jedes Geräusch
- er schläft sehr wenig oder nur oberflächlich
- er beobachtet dich dauerhaft
- er wirkt müde, aber gleichzeitig hibbelig
Gerade dieses „müde, aber drüber“ ist so typisch. Der Hund sieht aus, als müsste er dringend schlafen, aber innerlich ist er noch auf Festivalmodus.
Und genau da dürfen wir Hundeeltern lernen: Ruhe ist nicht einfach etwas, das automatisch passiert. Ruhe ist für viele Hunde eine Fähigkeit. Und Fähigkeiten darf man aufbauen.
Wie viel Ruhe braucht ein Hund überhaupt?
Viele Hunde brauchen deutlich mehr Schlaf und Ruhe, als wir denken. Welpen und Junghunde brauchen besonders viel Ruhe, aber auch erwachsene Hunde verbringen einen großen Teil des Tages mit Schlafen, Dösen und Ruhen.
Das Problem ist: Viele Hunde schlafen nicht wirklich tief, wenn ständig etwas passiert.
Wenn dauernd jemand aufsteht, die Haustür geht, der Fernseher läuft, draußen Geräusche sind, Besuch kommt oder der Hund ständig angesprochen wird, bleibt er innerlich wach.
Dann liegt er zwar auf dem Teppich, aber sein Kopf ist so: „Ich beobachte alles. Ich bin zuständig. Ich bin Sicherheitsdienst. Ich bin Empfangskomitee. Ich bin Küchenaufsicht.“
Und irgendwann ist dieser Hund einfach durch.
WTF-Fakt: Manche Hunde wirken „unterfordert“, obwohl sie eigentlich überreizt sind. Das sieht von außen fast gleich aus: Unruhe, Aufmerksamkeit suchen, nicht abschalten, Quatsch machen. Aber die Lösung ist komplett anders.
Bei Unterforderung kann passende Beschäftigung helfen.
Bei Überreizung brauchst du vor allem Ruhe, Struktur und weniger Reize.
Und genau deshalb ist es so wichtig, nicht einfach noch eine Beschäftigung oben draufzupacken.
5 sanfte Wege, wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt
Jetzt kommen die 5 Wege aus deinem Pin. Du kannst sie einzeln ausprobieren oder Schritt für Schritt kombinieren.
Wichtig: Erwarte nicht, dass dein Hund nach einem Abend plötzlich tiefenentspannt wie ein Wellness-Guru auf seiner Decke liegt. Ruhetraining ist ein Prozess.
Aber ein sehr lohnender.
1. Feste Ruhezeiten einführen
Wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt, sind feste Ruhezeiten oft der erste Gamechanger.
Viele Hunde haben keinen klaren Rhythmus. Sie wissen nicht: Jetzt ist Pause. Jetzt passiert nichts. Jetzt muss ich nicht aufmerksam sein.
Gerade Hunde, die viel hinterherlaufen oder ständig schauen, was du machst, profitieren von klaren Ruhefenstern.
Das bedeutet nicht, dass du deinen Hund wegsperrst oder ignorierst. Es bedeutet: Du gibst dem Tag Struktur.
Zum Beispiel:
Morgens kurzer Spaziergang.
Danach Frühstück.
Dann Ruhezeit.
Mittags kleine Beschäftigung oder Löserunde.
Danach wieder Ruhe.
Nachmittags Spaziergang oder Training.
Abends nur noch ruhige Rituale.
Das klingt simpel, aber für Hunde kann diese Vorhersehbarkeit enorm entspannend sein.
So kannst du feste Ruhezeiten aufbauen
Starte mit kurzen Ruhephasen. Zum Beispiel 20 bis 30 Minuten nach dem Spaziergang.
Bring deinen Hund auf seinen Ruheplatz oder in die Nähe seiner Decke.
Mach selbst nichts Aufregendes.
Keine Ansprache.
Kein Spielzeug werfen.
Kein Training.
Kein „ach guck mal, wie süß er schaut“.
Ja, ich weiß. Schwer. Aber wir schaffen das.
Wenn dein Hund aufsteht, bleib ruhig. Du musst nicht sofort reagieren. Viele Hunde müssen erstmal lernen, dass nicht jede Bewegung eine neue Interaktion startet.
Affiliate-Empfehlung: Eine feste Hundedecke oder Ruhezone
Für feste Ruhezeiten hilft ein klarer Liegeplatz. Eine waschbare, gemütliche Hundedecke oder ein ruhiges Hundebett kann deinem Hund signalisieren: Hier ist Pause.
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Besonders praktisch ist eine Decke, die du auch in andere Räume oder mit in den Urlaub nehmen kannst. So hat dein Hund einen vertrauten Ruheplatz, auch wenn die Umgebung neu ist.
2. Weniger Reize am Abend
Wenn dein Hund abends nicht zur Ruhe kommt, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf euren Abend.
Viele Hunde drehen abends auf, weil der Tag zu voll war oder weil kurz vor dem Schlafen nochmal zu viel passiert.
Ein wildes Spiel um 21 Uhr.
Eine große aufregende Gassirunde.
Besuch.
Laute Geräusche.
Kinder, die rennen.
Training mit hoher Konzentration.
Futterspiele, die zu sehr pushen.
All das kann dazu führen, dass dein Hund abends nicht mehr abschalten kann.
Und dann liegt er nicht da wie ein müder Engel, sondern wird zur flauschigen Abrissbirne mit Puls.
So reduzierst du Abend-Reize
Versuche, die letzte Tagesphase bewusst ruhiger zu gestalten.
Das kann so aussehen:
- kein wildes Ballspiel am Abend
- keine aufregenden Suchspiele direkt vor dem Schlafen
- keine langen Trainingssessions spät abends
- Licht etwas dimmen
- Fernseher nicht komplett eskalieren lassen
- ruhige Stimme nutzen
- letzte Gassirunde langweilig halten
- danach kein großes Programm mehr
Langweilig ist hier kein Fehler. Langweilig ist manchmal Medizin.
Gerade sensible Hunde brauchen abends nicht noch ein Entertainment-Programm. Sie brauchen das Signal: Der Tag fährt runter.
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Wenn dein Hund abends noch etwas braucht, dann lieber ruhige Beschäftigung. Eine Schleckmatte kann helfen, weil Schlecken viele Hunde beruhigt und nicht so hochpusht wie wildes Spiel.
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Du kannst sie mit Nassfutter, etwas Naturjoghurt, püriertem Gemüse oder hundefreundlichen Snacks bestreichen und kurz anbieten. Bitte immer schauen, was dein Hund verträgt.
Für Hunde, die abends gerne kauen, kann auch ein passender Kauartikel sinnvoll sein.
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Wichtig: Kauartikel bitte immer passend zur Größe deines Hundes auswählen und deinen Hund dabei beaufsichtigen.
3. Schnüffeln statt Action
Wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt, ist nicht jede Beschäftigung gleich gut.
Manche Beschäftigung pusht.
Manche Beschäftigung reguliert.
Ballwerfen, wildes Toben oder zu hektisches Spiel kann manche Hunde richtig hochfahren. Schnüffeln hingegen wirkt auf viele Hunde deutlich ruhiger.
Schnüffeln ist für Hunde nicht nur „ein bisschen riechen“. Es ist mentale Arbeit. Dein Hund nimmt Informationen auf, sortiert Eindrücke und beschäftigt sich in seinem Tempo mit der Umwelt.
Gerade für Hunde, die schnell drüber sind, kann Schnüffeln eine wunderbare Möglichkeit sein, Energie abzubauen, ohne komplett zu eskalieren.
Einfache Schnüffelideen für zuhause
Du kannst zum Beispiel ein paar Leckerlis in einem Handtuch verstecken.
Oder du streust Futter in eine Schnüffelmatte.
Oder du versteckst kleine Snacks in einer Box mit zerknülltem Papier.
Oder du machst eine ruhige Futtersuche im Wohnzimmer.
Wichtig ist: Es soll ruhig bleiben.
Nicht: „Such! Such! Such! Oh mein Gott, such schneller!“
Sondern eher: „Hier ist deine kleine Aufgabe, nimm dir Zeit.“
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Eine Schnüffelmatte ist perfekt, wenn dein Hund zuhause ruhige Beschäftigung braucht. Du kannst Trockenfutter oder kleine Leckerlis darin verstecken und deinen Hund suchen lassen.
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Ein Futterdummy kann draußen helfen, wenn du Schnüffeln und gemeinsame Orientierung verbinden möchtest.
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Gerade bei Hunden, die draußen sehr impulsiv sind, ist ruhige Nasenarbeit oft sinnvoller als noch mehr Tempo.
4. Decke positiv verknüpfen
Wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt, kann eine Decke oder Matte als Ruheort extrem hilfreich sein.
Aber wichtig: Die Decke soll nicht als Strafe genutzt werden.
Nicht: „Du nervst, geh auf deine Decke.“
Sondern: „Deine Decke ist ein sicherer Ort, an dem gute Dinge passieren und du entspannen darfst.“
Viele Hunde müssen erst lernen, dass ein bestimmter Platz mit Ruhe verbunden ist. Das nennt man oft Deckentraining oder Ruheplatztraining.
So baust du die Decke positiv auf
Lege eine Decke auf den Boden.
Sobald dein Hund sie anschaut, belohnst du.
Wenn er hingeht, belohnst du.
Wenn er eine Pfote draufsetzt, belohnst du.
Wenn er sich draufstellt, belohnst du.
Wenn er sich hinsetzt oder hinlegt, belohnst du ruhig weiter.
Am Anfang geht es nicht darum, dass dein Hund dort ewig bleibt. Es geht darum, dass er die Decke positiv findet.
Er soll denken: „Ah, diese Decke ist gut. Da lohnt es sich, hinzugehen.“
Danach baust du Dauer auf
Wenn dein Hund gerne auf die Decke geht, kannst du langsam die Dauer verlängern.
Erst 5 Sekunden.
Dann 10 Sekunden.
Dann 30 Sekunden.
Dann eine Minute.
Bitte nicht direkt erwarten, dass dein Hund bei Besuch 45 Minuten auf seiner Decke liegt, während jemand Kuchen fallen lässt und mit hoher Stimme „Na du Süßer!“ ruft.
Das ist Endgegner-Level.
Wir starten kleiner.
5. Rituale vor dem Schlafen
Hunde lieben Routinen viel mehr, als wir manchmal denken.
Ein festes Abendritual kann deinem Hund helfen, den Tag innerlich abzuschließen. Es sagt ihm: Jetzt passiert nichts Großes mehr. Jetzt wird es ruhig.
Gerade Hunde, die abends aufdrehen oder ständig auf Reize reagieren, profitieren von wiederkehrenden Abläufen.
So kann ein Abendritual aussehen
Zum Beispiel:
Letzte kleine Löserunde.
Danach Wasser anbieten.
Ruhige Beschäftigung oder kurzes Kauen.
Licht dimmen.
Hund auf den Ruheplatz schicken oder begleiten.
Ruhige Stimme.
Keine Action mehr.
Vielleicht noch ein kurzes Streicheln, wenn dein Hund das wirklich entspannend findet.
Dann Pause.
Das klingt fast zu einfach, aber genau solche Wiederholungen geben Sicherheit.
Dein Hund muss nicht jeden Abend neu raten, was passiert. Er erkennt: Ah, das ist der Ablauf. Jetzt wird runtergefahren.
Was du abends vermeiden solltest
Vermeide abends möglichst Dinge, die deinen Hund nochmal stark aktivieren.
Zum Beispiel:
- wildes Zerrspiel
- Ballwerfen
- aufregende Hundebegegnungen
- lautes Toben
- hektisches Training
- dauernde Ansprache
- neue schwierige Übungen
- stressige Situationen
Natürlich ist das Leben nicht immer perfekt planbar. Manchmal klingelt der Paketbote, manchmal fällt ein Topf runter, manchmal macht der Hund etwas, wo man kurz denkt: „Warum genau jetzt?“
Aber je mehr ruhige Wiederholung du in euren Abend bringst, desto leichter kann dein Hund lernen, dass der Tag langsam endet.
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Für das Abendritual können eine Schleckmatte, eine ruhige Kauwurzel oder ein passendes Kauspielzeug hilfreich sein.
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Achte bitte darauf, dass dein Hund dabei nicht hochdreht. Manche Hunde kauen entspannt, andere werden dadurch erst recht wild. Da darfst du deinen Hund ehrlich beobachten.
Selbstreflexion bei Hundeeltern bedeutet manchmal auch: Nur weil etwas im Internet empfohlen wird, muss es nicht zu meinem Hund passen.
Was du vermeiden solltest, wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt
Wenn dein Hund schlecht abschaltet, ist es wichtig, nicht aus Versehen immer mehr Unruhe in den Alltag zu bringen.
Vermeide zu viel Action
Mehr Spaziergänge, mehr Training, mehr Spiel, mehr Beschäftigung klingt erstmal logisch.
Aber wenn dein Hund überreizt ist, ist mehr nicht automatisch besser.
Manchmal ist weniger wirklich mehr.
Vermeide ständige Ansprache
Viele Hunde werden den ganzen Tag angesprochen.
„Komm her.“
„Was machst du?“
„Nein.“
„Lass das.“
„Guck mal.“
„Fein.“
„Na du.“
Das ist lieb gemeint, aber für manche Hunde ist es wie Dauerbenachrichtigungen auf dem Handy. Pling. Pling. Pling. Pling.
Irgendwann ist das Nervensystem voll.
Vermeide unklare Tagesabläufe
Wenn jeden Tag alles komplett anders ist, kann das manche Hunde stressen.
Natürlich brauchst du keinen Militärplan. Aber grobe Wiederholungen helfen.
Vermeide Strafe für Unruhe
Wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt, ist Schimpfen selten hilfreich. Es kann die Aufregung sogar verstärken.
Besser ist es, ruhiges Verhalten aufzubauen und deinen Hund kleinschrittig zu begleiten.
Wann sollte ich gesundheitliche Ursachen abklären lassen?
Wenn dein Hund plötzlich nicht mehr zur Ruhe kommt oder ungewöhnlich unruhig ist, solltest du auch gesundheitliche Ursachen im Blick haben.
Bitte lass deinen Hund tierärztlich abklären, wenn:
- die Unruhe plötzlich neu auftritt
- dein Hund Schmerzen zeigen könnte
- er hechelt, obwohl es nicht warm ist
- er nachts stark unruhig ist
- er viel trinkt oder ständig raus muss
- er jault, winselt oder sich anders verhält
- er nicht liegen möchte
- er sich häufig kratzt oder leckt
- er Verdauungsprobleme hat
- er älter ist und plötzlich rastlos wirkt
Nicht alles ist Training. Manchmal ist Unruhe ein Hinweis darauf, dass im Körper etwas nicht stimmt.
Und ja, ich weiß: Man will nicht immer sofort panisch sein. Aber wenn dein Bauchgefühl sagt „irgendwas ist anders“, dann hör hin.
Meine ehrliche Einschätzung: Ruhe ist lernbar, aber nicht über Nacht
Wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt, brauchst du keine perfekte Hundeeltern-Performance.
Du brauchst Geduld.
Struktur.
Wiederholung.
Und die Bereitschaft, nicht immer noch mehr zu machen.
Viele Hunde müssen erst lernen, dass Ruhe sicher ist. Dass nichts passiert, wenn sie nicht überall dabei sind. Dass sie nicht ständig reagieren müssen. Dass sie schlafen dürfen.
Das klingt so weich, aber es ist riesig.
Ein Hund, der entspannen kann, hat mehr Lebensqualität.
Und du auch.
Denn ein entspannter Hund bedeutet nicht nur: weniger Chaos.
Es bedeutet: mehr Verbindung. Mehr Vertrauen. Mehr Alltag, der sich nicht anfühlt wie ein dauerhaftes „Bitte jetzt nicht“-Gebet.
Häufige Fragen: Hund kommt nicht zur Ruhe
Warum kommt mein Hund abends nicht zur Ruhe?
Viele Hunde drehen abends auf, weil sie übermüdet oder überreizt sind. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie mehr Auslastung brauchen. Oft helfen weniger Reize, feste Abendrituale und ruhige Beschäftigung.
Was hilft, wenn mein Hund ständig hinter mir herläuft?
Übe kurze Ruhezeiten, baue einen festen Liegeplatz positiv auf und vermeide ständige Ansprache. Dein Hund darf lernen, dass er nicht immer zuständig sein muss, wenn du dich bewegst.
Ist mein Hund unterfordert oder überfordert?
Beides kann ähnlich aussehen. Ein unterforderter Hund braucht passende Beschäftigung. Ein überforderter Hund braucht mehr Ruhe und weniger Reize. Schau dir an, ob dein Hund nach Aktivitäten besser entspannt oder noch mehr aufdreht.
Hilft eine Schleckmatte beim Entspannen?
Für viele Hunde ja. Schlecken kann beruhigend wirken und eine Schleckmatte kann eine schöne ruhige Beschäftigung sein. Aber auch hier gilt: Beobachte deinen Hund. Nicht jedes Tool passt zu jedem Hund.
Wie lange dauert es, bis mein Hund besser zur Ruhe kommt?
Das hängt vom Hund, Alter, Alltag und Stresslevel ab. Manche Hunde entspannen nach wenigen Tagen besser, andere brauchen Wochen. Wichtig ist, dass du konsequent, freundlich und kleinschrittig bleibst.
Fazit: Wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt, braucht er nicht immer mehr Action
Wenn dein Hund nicht zur Ruhe kommt, ist das nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass du zu wenig machst.
Vielleicht machst du sogar zu viel.
Viele Hunde brauchen keine Dauerbespaßung, sondern klare Pausen, weniger Reize und Menschen, die ihnen zeigen: Du darfst jetzt runterfahren.
Feste Ruhezeiten, weniger Reize am Abend, Schnüffeln statt Action, eine positiv verknüpfte Decke und kleine Rituale vor dem Schlafen können euren Alltag Schritt für Schritt entspannter machen.
Nicht perfekt.
Nicht sofort.
Aber spürbar.
Und manchmal ist genau das der schönste Fortschritt: Wenn dein Hund sich nach einem aufregenden Tag hinlegt, tief ausatmet und du merkst, dass er langsam versteht.
Ruhe ist kein Zufall.
Ruhe ist lernbar.
Und du darfst deinem Hund dabei helfen.
P.S.: Wenn dein Hund schnell hochdreht, draußen schwer abschalten kann oder du dir mehr Struktur wünschst, schau dir gern meine liebsten Ruhehelfer und Trainingsprodukte an. Manchmal braucht es nicht viel. Nur den richtigen kleinen Anfang. Und ja, der erste echte entspannte Abend fühlt sich an wie Urlaub auf dem Sofa. Das glaubt mir keiner.
