
Labrador vor und nach der Pubertät: Wenn aus „Oh wie süß“ plötzlich „Was stimmt mit dir nicht?“ wird
Am Anfang ist alles noch irgendwie niedlich.
Dein Labrador-Welpe tapselt durchs Wohnzimmer, stolpert über seine eigenen Pfoten, schläft gefühlt mitten im Spiel ein und schaut dich mit diesen großen Augen an, als wärst du der Mittelpunkt seines kleinen Universums.
Und dann kommt irgendwann dieser Moment.
Du rufst ihn.
Er schaut dich an.
Er weiß ganz genau, was du willst.
Und dann entscheidet er sich trotzdem für den Grashalm, den anderen Hund, den Matsch, den Geruch am Zaun oder diese eine absolut verdächtige Kastanie.
Willkommen in der Labrador-Pubertät.
Diese Phase ist kein Mythos. Sie ist auch kein persönlicher Angriff auf deine Erziehung. Studien zur Hunde-Adoleszenz zeigen, dass junge Hunde in dieser Entwicklungsphase tatsächlich verändertes Verhalten zeigen können, unter anderem weniger zuverlässige Reaktionen auf bekannte Signale und mehr Konfliktverhalten gegenüber Bezugspersonen.
Oder in Alltagssprache:
Dein Labrador hat nicht alles vergessen.
Sein Gehirn baut gerade um.
Und du wohnst leider mitten auf der Baustelle.
Warum gerade Labradore in der Pubertät so anstrengend wirken können
Labradore sind beliebt, freundlich, menschenbezogen und oft sehr lernfreudig. Aber genau diese Mischung kann in der Pubertät auch richtig würzig werden.
Der Labrador ist kein kleiner Deko-Hund, der halt nett nebenher läuft. Er gehört zu den aktiven, arbeitsfreudigen Hunden und braucht körperliche Bewegung, mentale Beschäftigung und klare, freundliche Führung. Die PDSA beschreibt Labradore als energiegeladene Hunde, die viel Bewegung und geistige Auslastung brauchen.
Das bedeutet nicht, dass du deinen Labrador täglich durch ein militärisches Fitnessprogramm schicken musst. Bitte nicht. Dann hast du am Ende keinen ruhigen Hund, sondern einen Hochleistungssportler mit Erwartungshaltung.
Aber es bedeutet: Ein Labrador bringt oft viel Energie, Futterliebe, Neugier, Bewegungsfreude und Arbeitsbereitschaft mit.
Und wenn dann die Pubertät obendrauf kommt, kann aus „süß und wild“ sehr schnell „Hilfe, mein Hund hat WLAN im Kopf“ werden.
Labrador vor der Pubertät: Die süße Welpenphase mit kleinen Vorwarnungen
Vor der Pubertät wirkt vieles noch kontrollierbarer.
Dein Labrador ist zwar verspielt, manchmal überdreht und vermutlich sehr interessiert an allem, was essbar sein könnte oder zumindest essbar aussieht. Aber meistens ist er noch stark an dir orientiert.
Viele Labrador-Welpen zeigen vor der Pubertät:
- starke Bindung an ihre Menschen
- hohe Lernbereitschaft
- viel Neugier
- schnelle Begeisterung
- kurze Konzentrationsphasen
- viel Schlafbedarf
- spielerisches Beißen
- Futterfokus
- erste Impulskontrollprobleme
- starkes Interesse an Menschen und Hunden
Und genau hier liegt schon der erste kleine Hinweis auf das, was später kommen kann.
Denn ein Labrador, der als Welpe schon schnell hochfährt, schlecht zur Ruhe kommt, draußen alles spannend findet und bei Reizen kaum ansprechbar ist, wird in der Pubertät nicht plötzlich sagen:
„Ich habe mich entschieden, ab heute achtsam durch die Welt zu schreiten.“
Nein.
Er wird eher sagen:
„Oh, du dachtest, das war vorher wild? Süß.“
Was du vor der Pubertät unbedingt trainieren solltest
Die Zeit vor der Pubertät ist Gold wert. Nicht, weil danach alles verloren ist. Aber weil du deinem Labrador vorher wichtige Grundlagen geben kannst.
Gerade bei Labradoren würde ich vor der Pubertät besonders auf diese Dinge achten:
1. Ruhe lernen
Viele Labrador-Welpen werden zu viel bespaßt.
Man denkt: „Der ist so aktiv, der braucht mehr Beschäftigung.“
Aber oft braucht der Hund nicht mehr Action, sondern mehr Hilfe beim Runterfahren.
Ruhe ist Training. Wirklich.
Ein Labrador muss lernen, dass nicht jeder Moment ein Event ist. Nicht jeder Besuch ein Festival. Nicht jeder Spaziergang ein Jagdausflug. Nicht jeder Mensch ein persönlicher Fanclub.
2. Impulskontrolle
Labradore sind oft schnell im „Ich will dahin“-Modus.
Zum Napf.
Zum Menschen.
Zum Hund.
Zum Wasser.
Zum Futterbeutel.
Zum Matschloch.
Zum Leben allgemein.
Impulskontrolle bedeutet, dass dein Labrador lernt, einen Impuls kurz auszuhalten, statt sofort loszuschießen.
Das ist vor der Pubertät super wichtig, weil sich diese Fähigkeit später draußen extrem bemerkbar macht.
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3. Leinenführigkeit
Bitte warte nicht, bis dein Labrador 28 Kilo wiegt und dich durch die Straße zieht wie ein motivierter Einkaufswagen mit Persönlichkeit.
Leinentraining beginnt früh. Nicht perfekt, aber freundlich und klar.
4. Alleinbleiben langsam aufbauen
Viele Labradore sind sehr menschenbezogen. Das ist wunderschön, aber im Alltag auch eine Herausforderung.
Wenn dein Labrador nie gelernt hat, kurz alleine zu entspannen, kann die Pubertät dieses Thema verstärken.
Vor der Pubertät solltest du deshalb üben:
- kurze Trennungsmomente
- alleine im Raum bleiben
- hinter einem Kindergitter entspannen
- nicht ständig hinterherlaufen
- Ruhe ohne Dauerbespaßung
Wichtig: Nicht plötzlich stundenlang alleine lassen. Langsam, kleinschrittig, fair.
5. Frustrationstoleranz
Dein Labrador muss lernen:
Nicht alles ist sofort verfügbar.
Nicht jeder Hund wird begrüßt.
Nicht jedes Futterstück gehört ihm.
Nicht jede Tür öffnet sich sofort.
Nicht jeder Mensch wird angesprungen.
Nicht jeder See wird betreten, nur weil er existiert.
Das klingt hart, ist aber liebevoll.
Frustrationstoleranz ist kein „Nein, weil ich gemein bin“.
Es ist: „Ich helfe dir, die Welt auszuhalten, ohne direkt innerlich zu explodieren.“
Labrador in der Pubertät: Was verändert sich?
Die Pubertät beim Hund ist eine Übergangsphase zwischen Welpenzeit und Erwachsensein. Je nach Hund, Linie, Geschlecht, Entwicklung und Umfeld kann sie unterschiedlich stark ausfallen. Viele Hunde zeigen in dieser Zeit mehr Verhaltensschwankungen, stärkere Reaktionen auf Reize und weniger zuverlässige Kooperation. Forschung zur Adoleszenz bei Hunden beschreibt genau diese Phase als Zeit erhöhter Verhaltensvariabilität.
Bei Labradoren merkst du die Pubertät oft an solchen Dingen:
- Rückruf klappt plötzlich schlechter
- Leine ziehen wird stärker
- andere Hunde werden spannender
- Menschen werden noch interessanter
- Futter draußen wird magisch
- Aufmerksamkeit ist schnell weg
- dein Hund testet Grenzen
- Ruhe fällt schwerer
- Jagd- oder Suchverhalten kann stärker werden
- dein Labrador wirkt schneller überdreht
- bekannte Signale funktionieren nicht mehr zuverlässig
- dein Hund ist emotional schneller drüber
Und dann stehst du da und denkst:
„Entschuldigung, ich hatte doch einen Hund erzogen. Wo ist der hin?“
Er ist noch da.
Nur gerade mit Gehirnbaustelle.
WTF-Fakt: Dein Labrador provoziert dich nicht absichtlich
Ich weiß, es fühlt sich manchmal so an.
Du rufst.
Er schaut.
Er läuft weiter.
Das wirkt persönlich.
Aber meistens ist es das nicht.
In der Pubertät konkurrieren Umweltreize stärker mit dir. Der Geruch am Boden, andere Hunde, Bewegungen, Menschen, Futterreste und neue Eindrücke können für deinen Labrador extrem belohnend sein.
Das heißt nicht: „Mein Hund respektiert mich nicht.“
Es heißt eher:
„Mein Hund kann sich gerade schlechter regulieren und braucht bessere Trainingsbedingungen.“
Und ja, das ist weniger dramatisch. Aber auch weniger bequem. Sorry.
Vor der Pubertät vs. nach der Pubertät: Der direkte Vergleich
Vor der Pubertät
Dein Labrador ist oft:
- stärker auf dich bezogen
- leichter zu motivieren
- schneller müde
- neugierig, aber noch etwas abhängiger
- verspielt und anhänglich
- im Training oft leichter formbar
- körperlich noch nicht voll kräftig
- mental noch sehr kindlich
Typische Herausforderungen:
- Beißhemmung
- Stubenreinheit
- Ruhe lernen
- Schlaf finden
- erstes Alleinbleiben
- erste Leinenführigkeit
- nicht alles fressen
- nicht jeden anspringen
Während der Pubertät
Dein Labrador ist oft:
- reizoffener
- körperlich kräftiger
- emotional schwankender
- schneller abgelenkt
- neugieriger auf andere Hunde
- manchmal unsicherer
- manchmal mutiger als sinnvoll
- weniger zuverlässig bei Signalen
- schneller frustriert
- stärker testend
Typische Herausforderungen:
- Rückruf wird schlechter
- Leinenführigkeit bricht ein
- Anspringen kommt zurück
- Jagdinteresse steigt
- Futterklau wird professioneller
- Ruhe fällt schwer
- Hundebegegnungen werden schwieriger
- Grenzen werden diskutiert
Nach der Pubertät
Nach der Pubertät wird es oft besser. Nicht automatisch. Aber viele Hunde werden mit Reife stabiler, ansprechbarer und emotional ausgeglichener.
Dein Labrador kann nach der Pubertät:
- ruhiger werden
- besser zuhören
- länger konzentriert bleiben
- Reize besser aushalten
- klarer mit dir zusammenarbeiten
- zuverlässiger im Alltag werden
- weniger impulsiv reagieren
- besser schlafen und entspannen
Aber hier kommt der kleine Reality-Check:
Ein Labrador wird nicht durch Alter allein gut erzogen.
Zeit hilft.
Reife hilft.
Aber Training entscheidet, was aus dieser Reife wird.
Ein Hund, der in der Pubertät gelernt hat, dass Ziehen, Anspringen, Ignorieren und Futterklau funktionieren, legt diese Dinge nicht magisch ab, nur weil er älter wird.
Pubertät geht vorbei.
Gelerntes Verhalten bleibt oft, wenn du es nicht veränderst.
Labrador Arbeitslinie vs. Showlinie in der Pubertät
Bei Labradoren kann auch die Linie eine Rolle spielen.
Arbeitslinien-Labradore sind häufig stärker auf Kooperation, Arbeitsfreude, Apportieren, Reizoffenheit und schnelle Reaktion gezüchtet. Showlinien-Labradore sind oft etwas kräftiger gebaut und können im Alltag ruhiger wirken, wobei auch das stark vom einzelnen Hund abhängt.
Aber bitte nicht falsch verstehen:
Showlinie heißt nicht automatisch Couch-Kartoffel.
Arbeitslinie heißt nicht automatisch Problemhund.
Es bedeutet nur: Manche Labradore bringen mehr Arbeitsdrang, mehr Tempo, mehr Reaktionsbereitschaft oder mehr Sensibilität mit.
Und wenn so ein Hund in die Pubertät kommt, kann das schon ein bisschen wirken wie:
„Wer hat meinem Hund einen zweiten Motor eingebaut?“
Wenn du einen Labrador mit viel Arbeitswillen hast, brauchst du vor allem:
- gute Ruheübungen
- klare Alltagsstruktur
- sinnvolle Nasenarbeit
- Apportiertraining mit Impulskontrolle
- keine Dauerbespaßung
- kontrollierte Beschäftigung
- Frustrationstoleranz
- Pausentage
Gerade dieses „weniger, aber besser“ ist bei aktiven Labradoren oft der Schlüssel.
Was dein Labrador in der Pubertät wirklich braucht
1. Weniger Chaos, mehr Struktur
Pubertäre Labradore brauchen nicht jeden Tag neue Abenteuer.
Sie brauchen wiederkehrende Abläufe, klare Regeln und Menschen, die nicht jeden Tag komplett anders reagieren.
Wenn heute Anspringen verboten ist, morgen aber süß und übermorgen wieder schlimm, denkt dein Hund nicht:
„Ah, ich verstehe das differenzierte soziale Konzept.“
Er denkt:
„Ich probiere es einfach weiter.“
Struktur bedeutet:
- klare Rituale
- ruhige Spaziergänge
- feste Ruhezeiten
- konsequente Regeln
- verständliche Signale
- nicht zu viele Reize auf einmal
2. Angepasste Bewegung
Labradore brauchen Bewegung, ja. Erwachsene Labradore sind aktive Hunde und profitieren von regelmäßiger körperlicher und mentaler Auslastung. Gleichzeitig sollte Bewegung immer zum Alter, Gesundheitszustand und Trainingsstand passen. Die PDSA weist ausdrücklich darauf hin, dass Hunde je nach Alter, Rasse, Größe und Gesundheit unterschiedliche Bewegungsbedürfnisse haben.
Für junge Labradore heißt das:
Nicht nur Kilometer machen.
Nicht nur Ball werfen.
Nicht nur „müde laufen“.
Sondern:
- ruhige Spaziergänge
- kontrolliertes Schnüffeln
- kurze Trainingseinheiten
- kleine Suchspiele
- entspannte Freilaufphasen, wenn sicher möglich
- Pausen
- Ruhe danach
Ballwerfen bis zum Umfallen ist übrigens keine gute Standardlösung. Viele Labradore lieben es, ja. Aber gerade in der Pubertät kann ständiges Hetzen und Hinterherrennen Erregung eher pushen statt regulieren.
3. Mentale Auslastung ohne Überdrehen
Ein Labrador braucht Kopfarbeit. Aber nicht jede Kopfarbeit ist automatisch sinnvoll.
Gute Beschäftigung für pubertierende Labradore:
- Futtersuche
- Schnüffelteppich
- ruhiges Dummytraining
- Apportieren mit Warten
- einfache Suchspiele
- Targettraining
- Impulskontrollspiele
- Deckentraining
- Kau- und Schleckangebote
4. Schlaf und echte Ruhe
Welpen und junge Hunde brauchen viel Schlaf. Die PDSA betont bei Welpen ausdrücklich, dass sie viel Ruhe brauchen und man sie schlafen lassen sollte, wenn sie müde werden.
Das klingt banal, aber viele Probleme entstehen, weil junge Hunde zu wenig schlafen.
Ein übermüdeter Labrador ist nicht einfach müde.
Er ist oft:
- beißiger
- wilder
- belliger
- unkonzentrierter
- reizbarer
- schlechter ansprechbar
- körperlich unruhiger
Also ja: Manchmal ist die Lösung nicht der nächste Spaziergang.
Manchmal ist die Lösung: Licht runter, Reize raus, Decke, Kauartikel, Ruhe.
Typische Probleme in der Labrador-Pubertät und was hilft
Problem 1: Dein Labrador zieht plötzlich wieder an der Leine
Das ist sehr häufig.
Vorher lief er halbwegs gut, plötzlich hängt er wieder vorne drin.
Mögliche Gründe:
- mehr Kraft
- mehr Reizinteresse
- mehr Umweltfokus
- weniger Orientierung
- zu viele spannende Gerüche
- andere Hunde werden wichtiger
- bisheriges Training war noch nicht stabil
Was hilft:
- wieder leichter starten
- ruhige Umgebung wählen
- Blickkontakt belohnen
- Richtungswechsel einbauen
- Zug nicht zum Ziel führen lassen
- Schnüffeln als Belohnung nutzen
- kurze Trainingseinheiten machen
Problem 2: Dein Labrador hört draußen schlechter
Das ist kein Weltuntergang. Aber es ist ein Zeichen, dass du das Training wieder einfacher machen solltest.
Viele Menschen rufen in der Pubertät weiter wie vorher, obwohl die Ablenkung viel größer geworden ist.
Dann passiert das:
Du rufst.
Hund kommt nicht.
Du rufst nochmal.
Hund kommt nicht.
Rückruf wird schwächer.
Besser:
- Schleppleine nutzen
- Rückruf hochwertig belohnen
- nicht ständig rufen
- nur rufen, wenn Erfolg wahrscheinlich ist
- in leichter Umgebung neu festigen
- Jackpot-Belohnungen nutzen
Problem 3: Dein Labrador springt wieder Menschen an
Klassiker.
Labradore lieben Menschen oft sehr. Manchmal zu sehr. So sehr, dass sie denken, jeder Spaziergänger sei ein lang verlorener Cousin.
Was hilft:
- Begrüßungen strukturieren
- ruhiges Sitzen oder Stehen belohnen
- Abstand halten
- Besuch instruieren
- Anspringen nicht belohnen
- ruhige Kontaktaufnahme ermöglichen
- Impulskontrolle trainieren
Wichtig: Wenn Menschen deinen Hund fürs Anspringen streicheln, trainieren sie ihn mit. Nur leider in die falsche Richtung.
Problem 4: Dein Labrador frisst draußen alles
Labrador und Futter. Eine Liebesgeschichte mit Horrorpotenzial.
Viele Labradore haben eine starke Futterorientierung. Das kann fürs Training super sein, aber draußen auch gefährlich werden, wenn sie alles aufnehmen.
Was hilft:
- Tauschen trainieren
- „Aus“ freundlich aufbauen
- Maulkorbtraining bei starken Fällen
- Management an gefährlichen Orten
- hochwertig belohnen
- Suchverhalten kontrolliert ausleben lassen
Problem 5: Dein Labrador kommt nicht zur Ruhe
Das ist bei vielen jungen Labradoren ein riesiges Thema.
Gerade aktive Hunde brauchen nicht nur Beschäftigung, sondern auch Regulation.
Was hilft:
- feste Ruhezeiten
- Deckentraining
- Kauartikel
- Schleckmatte
- Reize reduzieren
- nicht ständig bespaßen
- ruhige Rituale
- Pausentage einbauen
Hier kannst du wunderbar auf einen weiteren Artikel verlinken:
Interner Link: Deckentraining beim Welpen: Impulskontrolle und Ruhe lernen
Nach der Pubertät: Wird ein Labrador wirklich ruhiger?
Ja, viele Labradore werden mit zunehmender Reife ruhiger und stabiler.
Aber „ruhiger“ heißt nicht automatisch „pflegeleicht“.
Ein erwachsener Labrador bleibt meistens ein aktiver Hund. Er braucht weiterhin Bewegung, Training, soziale Nähe und Beschäftigung. Labradore sind laut PDSA energiegeladene Hunde, die körperlich und mental fit gehalten werden müssen.
Was sich nach der Pubertät oft verbessert:
- bessere Konzentration
- mehr innere Stabilität
- weniger extremes Testen
- bessere Frustrationstoleranz
- mehr Ruhe im Alltag
- zuverlässigere Signale
- mehr Kooperationsfähigkeit
Aber nur, wenn du dranbleibst.
Ein Labrador nach der Pubertät ist nicht plötzlich ein anderer Hund. Eher derselbe Hund mit besserem Betriebssystem.
Wenn du vorher investiert hast, merkst du später:
„Okay, es war nicht umsonst.“
Wenn du vorher alles hast schleifen lassen, merkst du eher:
„Oh. Jetzt ist er erwachsen und kann seine schlechten Gewohnheiten richtig professionell.“
Was ich rückblickend früher mit einem Labrador stärker trainieren würde
Hier kannst du sehr persönlich werden, gerade mit Lotti.
Textvorschlag:
Wenn ich heute nochmal ganz bewusst auf die Welpen- und Junghundezeit schauen würde, würde ich drei Dinge noch ernster nehmen:
1. Ruhe ist kein Bonus, sondern Basis
Ich dachte früher auch schnell: „Der Hund braucht Beschäftigung.“
Aber gerade bei einem Labrador ist die größere Kunst oft nicht Action, sondern Pause.
Ein Labrador, der nicht abschalten kann, wird draußen schneller drüber, zuhause unruhiger und im Training unkonzentrierter.
2. Impulskontrolle rettet dir später den Alltag
Warten können.
Nicht sofort losrennen.
Nicht jedem Reiz folgen.
Vor dem Napf kurz innehalten.
Beim Dummy erst auf Freigabe starten.
Ansprechbar bleiben, obwohl draußen etwas Spannendes passiert.
Das klingt klein, ist aber riesig.
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3. Weniger machen kann mehr bringen
Das ist vermutlich der Satz, den man als Labrador-Mensch nicht hören will.
Weil man denkt: „Aber der hat doch so viel Energie.“
Ja. Hat er.
Aber mehr Reiz, mehr Spiel, mehr Action, mehr Training und mehr Termine können einen jungen Labrador auch komplett überfordern.
Manchmal ist weniger nicht faul.
Manchmal ist weniger klug.
8. Dein Impulskontrolle-Guide
Für Hunde, die schnell loswollen, schlecht warten können oder draußen schwer ansprechbar sind.
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Q&A: Häufige Fragen zur Labrador-Pubertät
Wann kommt ein Labrador in die Pubertät?
Viele Hunde kommen ungefähr im Junghundealter in die Pubertät, der genaue Zeitpunkt ist aber individuell. Bei Labradoren kann man häufig zwischen etwa 6 und 18 Monaten deutliche Veränderungen bemerken, manchmal auch darüber hinaus. Größe, Geschlecht, Linie, Gesundheit und Umfeld spielen dabei eine Rolle.
Wie lange dauert die Pubertät beim Labrador?
Das ist unterschiedlich. Manche Hunde wirken nach einigen Monaten stabiler, andere brauchen bis zum zweiten oder dritten Lebensjahr, um wirklich erwachsener und gesetzter zu werden. Große und aktive Hunde brauchen oft länger, bis sie mental richtig ausgereift wirken.
Wird mein Labrador nach der Pubertät automatisch ruhiger?
Viele Labradore werden mit zunehmender Reife ruhiger, aber automatisch gut erzogen wird kein Hund. Was dein Labrador in der Pubertät lernt, nimmt er mit. Deshalb lohnt sich ruhiges, konsequentes Training gerade in dieser Phase sehr.
Warum hört mein Labrador plötzlich nicht mehr?
In der Pubertät werden Umweltreize oft wichtiger und dein Hund ist schneller abgelenkt. Das heißt nicht, dass dein Training weg ist. Es heißt, dass du Signale wieder leichter, klarer und mit besserer Belohnung festigen solltest.
Was ist der größte Fehler in der Labrador-Pubertät?
Zu denken, der Hund macht alles absichtlich. Viele Probleme entstehen durch Überforderung, zu viele Reize, zu wenig Ruhe, unklare Regeln oder zu schwere Trainingssituationen. Dein Labrador braucht jetzt nicht mehr Druck, sondern mehr Klarheit.
Fazit: Dein Labrador ist nicht kaputt, er wird erwachsen
Die Labrador-Pubertät kann anstrengend sein. Wirklich.
Aus dem süßen Welpen wird plötzlich ein Junghund mit Kraft, Meinung, Futterradar und selektivem Empfang. Und ja, manchmal stehst du da und fragst dich, ob du irgendwo falsch abgebogen bist.
Aber dein Labrador ist nicht kaputt.
Er entwickelt sich.
Vor der Pubertät legst du die Grundlagen.
Während der Pubertät hältst du freundlich die Spur.
Nach der Pubertät erntest du, was du geduldig aufgebaut hast.
Und genau deshalb lohnt es sich, jetzt nicht aufzugeben.
Trainiere Ruhe.
Trainiere Impulskontrolle.
Trainiere Leinenführigkeit.
Trainiere Rückruf.
Aber vor allem: Bleib fair.
Dein Labrador braucht keinen Menschen, der perfekt ist. Er braucht einen Menschen, der versteht, dass Entwicklung manchmal chaotisch aussieht, bevor sie schön wird.
Und irgendwann sitzt dein erwachsener Labrador neben dir, schaut dich mit diesem vertrauten Blick an und du denkst:
„Okay. Die Pubertät war wild. Aber wir haben’s überlebt.“
Das glaubt mir keiner.
P.S.: Wenn dein Labrador gerade schwer warten kann, draußen schnell hochfährt oder bei Reizen sofort los will, dann passt mein kleiner Guide perfekt dazu:
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