
Hundekleidung stricken – einfacher, als du denkst
Winter.
5 Grad. Nieselregen.
Dein Hund steht vor der Tür. Vielleicht zittert er leicht. Vielleicht wirkt er einfach etwas steifer als sonst.
Du schaust online nach einem Pullover.
40, 50, 60 Euro.
Und dann kommt dieser Gedanke:
„Hundekleidung stricken … kann ich das selbst?“
👉 Die ehrliche Antwort: Ja. Wenn du es funktional angehst – nicht perfekt.
Hundekleidung stricken ist kein kompliziertes Profi-Projekt. Mit einem einfachen Schnitt, weicher Wolle und etwas Geduld kannst du in wenigen Abenden etwas herstellen, das wirklich passt – und deinem Hund gut tut.
Für welche Hunde Strickkleidung sinnvoll ist
Bevor wir loslegen, ein realistischer Blick:
Nicht jeder Hund braucht Kleidung.
Aber manche profitieren deutlich davon.
Sinnvoll ist gestrickte Kleidung vor allem bei:
- kleinen Rassen (Chihuahua, Dackel, Zwergpudel)
- Senioren mit Muskelabbau
- sehr schlanken Hunden
- Hunden mit wenig oder keiner Unterwolle
- Hunden nach OP oder bei chronischen Erkrankungen
- starkem Wind + Nässe + wenig Bewegung
Wichtig:
Strickkleidung ersetzt keine Bewegung.
Und sie sollte Bewegungsfreiheit ermöglichen.
Es geht nicht um Vermenschlichung.
Es geht um Wärmeisolierung – wenn sie gebraucht wird.
Was du vor dem Stricken wissen musst
✔ Richtig messen – Schritt für Schritt
Nimm ein flexibles Maßband.
1. Rückenlänge
Vom Halsansatz (dort, wo das Halsband sitzt) bis zum Rutenansatz.
2. Brustumfang
An der breitesten Stelle hinter den Vorderbeinen.
3. Halsumfang
Locker messen – kein Zug.
Tipp:
Miss im Stehen. Nicht im Sitzen.
Schreibe dir die Werte auf – sie sind deine Grundlage.
✔ Geeignete Wolle
Nicht jede schöne Wolle ist hundetauglich.
Achte auf:
- weich und nicht kratzend
- atmungsaktiv
- maschinenwaschbar
- mittlere Stärke (nicht zu dick)
- formstabil
Gut geeignet:
- Baumwollmischungen
- weiche Merino-Mischungen
- strapazierfähige Acrylmischungen
Nicht ideal:
- sehr schwere Wolle
- lose, fusselige Garne
- extrem dehnbare Materialien
✔ Sicherheit geht vor Optik
Beim Hundekleidung stricken gilt:
- keine baumelnden Fäden
- keine engen Bündchen
- keine Druckstellen unter den Achseln
- keine harten Knöpfe am Bauch
👉 Funktion geht vor Instagram.
Modell 1: Einfacher Hundepullover (perfekt für Anfänger)
Dieses Modell ist ideal, wenn du gerade startest.
Es ist im Grunde ein gestricktes Rechteck mit angepasstem Ausschnitt.
Materialliste
- Rundstricknadel oder zwei Nadeln (Größe 4–6, je nach Wolle)
- ca. 200–400 g Wolle (je nach Größe)
- Maßband
- Wollnadel
Schwierigkeitsgrad
⭐ Anfängerfreundlich
Zeitaufwand
2–4 Abende
Schritt 1: Maschenprobe
Stricke ein kleines Quadrat (10 x 10 cm).
Zähle:
Wie viele Maschen ergeben 10 cm?
Das hilft dir, die Breite korrekt zu berechnen.
Schritt 2: Grundkörper stricken
Du strickst ein Rechteck in Reihen:
Breite = Brustumfang / 2
Länge = Rückenlänge
Einfach glatt rechts oder kraus rechts.
Das ist dein Grundkörper beim Hundepullover stricken.
Schritt 3: Halsausschnitt
In den letzten 5–8 cm (je nach Hund) Maschen in der Mitte abketten.
Seitlich weiterstricken.
So entsteht ein V-förmiger Halsbereich.
Schritt 4: Bauchbereich anpassen
Der Bauch darf nicht zu lang sein.
Miss vom Brustbein bis kurz vor die Rippenmitte.
Zu langer Bauchstoff → Rutschgefahr.
Schritt 5: Bündchen
Optional:
- Halsbündchen im Rippenmuster
- Sauberes Abschlussbündchen unten
Nicht zu eng.
Modell 2: Hundemantel mit Bauchlatz
Etwas strukturierter – aber machbar.
Ideal, wenn dein Hund mehr Schutz braucht.
Dieses Modell ist eine einfache Hundemantel Strickanleitung, die du flexibel anpassen kannst.

Aufbau
- Rückenpanel
- Separater Brustlatz
- Verschluss (Klett oder Knopf seitlich)
Schritt 1: Rückenpanel
Stricke ein Rechteck entsprechend der Rückenlänge.
Breite = halber Brustumfang + etwas Bewegungszugabe.
Schritt 2: Brustlatz
Separates Stück:
Breite = Abstand zwischen Vorderbeinen
Länge = Hals bis Brustmitte
Annähen oder direkt anstricken.
Schritt 3: Verschluss
Praktisch für Anfänger:
- breites Klettband (weich unterlegt)
- große, stabile Knöpfe seitlich
Keine harten Druckstellen am Bauch.
Anpassung bei breiter Brust
Gerade bei Hunden mit kräftigem Brustkorb:
Mehr Maschen einplanen.
Lieber minimal weiter als zu eng.
Typische Anfängerfehler
Beim ersten Hunde Pullover DIY passieren oft ähnliche Dinge.
❌ Zu dicke Wolle
→ Hund bewegt sich ungern.
❌ Zu enge Brust
→ Schritt verkürzt sich.
❌ Keine Bewegungsprobe
Immer anprobieren, bevor du alles vernähst.
❌ Nur nach Optik gestrickt
Zöpfe sind hübsch – aber steif.
❌ Kein Waschtest
Manche Garne laufen ein.
Mini-Aha:
👉 Dein Hund merkt nichts von deinem Muster – aber alles von der Passform.
Passform testen – so erkennst du, ob es wirklich sitzt
Zieh den Pullover an – und beobachte.
- Läuft dein Hund normal?
- Kann er sich setzen?
- Hebt er die Beine frei?
- Rutscht das Kleidungsstück?
- Scheuert es unter den Achseln?
Wenn er nach wenigen Minuten vergisst, dass er es trägt – passt es.
Persönlicher Abschnitt
Ich dachte früher:
„Das ist viel zu kompliziert.“
Ich hatte Angst, es sähe schief aus.
Oder mein Hund würde es nicht tragen.
Mein erster Pullover war nicht perfekt.
Eine Naht saß schief.
Aber mein Hund war warm.
Und ich war stolz.
👉 Man wächst mit dem Projekt.
Mini-Checkliste vor dem Fertigstellen
✔ Hund richtig gemessen?
✔ Wolle weich genug?
✔ Bewegungsfreiheit getestet?
✔ Waschbar?
✔ Keine Druckstellen?
Wenn du das abhaken kannst, ist dein Projekt bereit.
Verbindung zu Winter & Alltag
Dieses Thema ergänzt:
- Hundekleidung sinnvoll?
- Regenmantel Hund
- Hund im Winter Pfoten
Strickkleidung ersetzt keinen Regenschutz.
Aber sie kann Wärme sinnvoll unterstützen.
Fazit
👉 Hundekleidung stricken ist kein Trend – sondern eine individuelle Lösung, wenn sie funktional gedacht wird.
Du brauchst:
- Maßband
- passende Wolle
- Geduld
- Mut zum Anfang
Perfekt muss es nicht sein.
Passend reicht.
Und genau das kannst du lernen.
