
Hey Du, setz’ Dich mal kurz hin – ich muss Dir von Lotti erzählen! Unsere kleine Rettungshündin (Labrador Retriever Arbeitslinie, 2 Jahre jung) hat in den letzten Monaten eine echte Transformation hingelegt. Als sie klein war ist sie sehr viel rumgesprungen und konnte nicht warten und wollte immer sofort hinterher. Inzwischen sitzt sie ganz entspannt daneben, schaut zu und wartet. Unglaublich, oder? Wie sie das geschafft hat, will ich Dir mit diesem Blogartikel verraten. 🐾
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Wir hatten nämlich einen ganz klaren Plan: Frustrationstoleranz aufbauen, Leinenführigkeit verbessern, Impulskontrolle üben und das Alleinebleiben trainieren. Klingt nach viel Arbeit, aber es lohnt sich! Ich erzähle Dir ganz persönlich, Schritt für Schritt, wie wir das gemacht haben. Dabei kommen auch ein paar hilfreiche Trainings-Gadgets zum Einsatz – von der Schleppleine über den praktischen Futterbeutel bis hin zum Schnüffelteppich. Ich schwöre, diese Helfer haben unseren Alltag gerettet und machen das Training leichter (und lustiger). Am Ende habe ich ein paar Fragen beantwortet, die wir uns oft gestellt haben – und natürlich ein motivierendes Fazit mit Newslettermotivations-Gedöns. 😉
Lass uns also loslegen: Mit Humor, etwas Ironie – ganz locker, wie im Plausch mit der besten Freundin – und natürlich mit jeder Menge Tipps, die wirklich helfen. Denn wir alle wollen doch einen entspannten Hund, oder? Los geht’s!

Frustrationstoleranz trainieren – Ruhe statt Action
Eines vorweg: Frustrationstoleranz beim Hund ist keine Hexerei, aber ein Prozess. Lotti hat von Anfang an mit 10 Wochen gelernt, dass sie kein Futter bekommt ohne freigabe. Und wir haben kleine Haufen mit futter auf den Boden verteilt und sie durfte nicht daran. Anfangs dachte sie immer: Ich entscheide, wenn ich das Futter haben darf! – Und in vielen Situationen hat sie es genommen und nach ein paar Monaten hat sie es nicht mehr genommen. Doch wir haben mit kleinen Schritten gearbeitet. Immer wenn Kinder wild herumsprangen, hielten wir sie zurück (an kurzer Leine oder Sitz und haben sie belohnt wenn sie ruhig geblieben ist) und warteten ab. Statt ins Geschrei zu fallen, blieb ich geduldig: Kein Schimpfen, kein Drängeln. Trainer und Artikel raten genau zu diesem „Absitzen und Ignorieren“-Prinzip: Der Hund soll sich selbst regulieren lernen, ohne sofort Bestätigung zu bekommen. Das habe ich aber nicht gemacht, weil mein Hund sich nicht runter regulieren konnte. Mittlerweile schafft sie es ohne meine Anleitung und das ist gut so. Ich habe daraus gelernt sich selbst zu vertrauen und zu verstehen, wenn der Hund es nicht schafft sich zu regulieren.
Wenn du zusätzlich gezielt an Impulskontrolle arbeiten willst, findest du hier auch mein eigenes Produkt:
Mein Hund kann nicht warten – 7 Übungen für mehr Impulskontrolle
Manchmal habe ich mich gefühlt wie der langweiligste Mensch der Welt: Kind rennt, alle lachen – und wir stehen doof herum. Aber siehe da: Nach ein paar Wiederholungen wurde Lotti wirklich ruhiger. Sie begriff: Springen bringt nix, sondern ich bleibe gelassen sitzen. Der Effekt: Sie ist jetzt entspannter, wenn um uns rum Action ist. Experten warnen nämlich, dass ständige Reizüberflutung und Dauerstress Hunde unruhig machen. Wir haben den Spieß umgedreht: Weniger ist manchmal mehr. Ruhepause einlegen, kindliches Getöse ignorieren – und Lotti lernt Gelassenheit.
Noch ein Tipp, den wir beim Training gelernt haben: Belohne Ruhe! Man hat uns immer nur immer berührt, wenn Lotti aktiv war – aber wir belohnten jetzt auch sie wenn sie ruhig liegen blieb. Ein sanftes „Brav“ oder ein kleines Leckerli, sobald sie entspannt schnüffelte statt aufgeregt zu kläffen, hat Wunder gewirkt. Übrigens: Der Unterschied zwischen Impulskontrolle und Frustrationstoleranz ist ganz wichtig. Außerdem habe ich Angefangen, wenn sie mir zu viel in richtungen zieht, das umzulenken und sie mit tricks und suchen weg vom leinendruck umzulenken und es hat sogar bei Hundebegegnungen geschafft und jetzt klappt das auch immer besser. Bei Impulskontrolle übt der Hund, auf ein Kommando hin zu warten (z.B. das Warten vor dem Futternapf). Bei Frustrationstoleranz geht es darum, einfach zu bleiben, ohne dass am Ende etwas passiert. Lotti hat beides gebraucht.
Fazit: Durch konsequentes Ruhigbleiben-Loben und gezieltes „Ignorieren und gezielte Aufmerksamkeit“ lernt der Hund, Frust auszuhalten. Unsere Devise: Stehenbleiben statt mitziehen lassen – und Lotti wurde ruhiger. Frustrationstoleranz heißt im Grunde: „Hebel umlegen“, wenn der Kopf durchgeht, und dem Hund zeigen, dass das Jammern oder Anspringen nicht klappt. Das benötigt zwar Geduld, zahlt sich aber aus.

Leinenführigkeit reflektieren – Ich habe Fehler gemacht!
Bevor ich richtig zu meinem persönlichen Hundetraining kam, war ich in der Leinenführigkeit echt chaotisch – ganz ehrlich. Lotti wollte immer vorlaufen, schnüffeln, ziehen. Ich? Habe oft hinterhergejuckelt und komischerweise mehr gezogen als sie. Rückblickend war das natürlich nichts. Methoden wie „Zieht er an der Leine, steh halt!“ habe ich gelernt – konsequent stehen zu bleiben, sobald Lotti die Führung übernehmen wollte, ist ein Klassiker (auch Be a Tree genannt). Was soll ich sagen: Am Anfang standen wir dann beide… ja, einfach still da, während sich eine Traube von Spaziergängern an uns vorbeiquetschte. 😅 Aber genau das ist die Idee: Der Hund lernt, dass Leinenziehen sinnlos ist, weil wir sonst nie vorwärtskommen.
Ein weiterer Tipp (den ich erst richtig verstanden habe): Umdrehen, wenn Lotti zieht. Klingt banal? Ja – aber oft braucht es eine „Signalwirkung“. Wenn Lotti vorpreschte und ich plötzlich abbog, war sie verwirrt und kam wieder zu mir. Leine locker – und weiter. Alternativ habe ich sie auch mal sanft blockiert oder an meinem Bein “abgelenkt” – was einen kurzen Moment der Ruhe brachte. Das Ziel: „Mit Zug kommst du hier nicht weiter.“ Klingt logisch, aber konsequent war ich leider nicht immer.
Mein größter Fehler: Ich habe zu viel Druck gemacht – in beiden Richtungen. Wenn Lotti nervös wurde, habe ich oft ungeduldig gezogen oder versucht, sie „hochzunehmen“ (Ja, echt: Ich hielt sie an Leine und zog leicht hoch). Rückblickend sehe ich, dass das kontraproduktiv war. Heute lobe ich jede Sekunde, in der sie locker neben mir läuft. Anstatt zu zerren, bleibe ich lieber stehen und warte, bis die Leine locker ist. Zusätzlich nutzen wir Entspannungsphasen: Vor dem Spaziergang gibt’s eine kurze Kuschelrunde, damit Lotti nicht schon vor Laune platzt. Daheim trainiere ich auch die sogenannte erlernte Entspannung: Ich sage z.B. ruhig „Chill mal“ bei Streicheleinheiten – und sie verbindet das mit ruhigem Verhalten. Das was ich aber auch gelernt habe sind Routinen die sich für mich und Sie richtig anfühlen und uns beiden sicherheit geben. Ich lasse sie eher näher bei mir laufen als weiterweg. Denn ich möchte ganz deutlich machen sie muss keine Situation regeln. Ich regel alles und das sorgt auch für diese Bindung, die wir jetzt haben.
Mein Tipp: Bleib geduldig und belohne ruhiges Gehen. Wenn Dein Hund zieht, bleibe kurz stehen oder dreh Dich um. Nutze Lob oder kleine Leckerchen, sobald er entspannt neben Dir läuft. So lernt er langsam, dass Spazierengehen kein zügelloses Rennen ist. Und hey, einen guten Clicker oder Lockstoff im Futterbeutel mit Leckerlis zu haben, kann Wunder wirken – dann muss man nicht in der Jackentasche herumkramen. So haben wir Lotti beigebracht, bei Fuß zu bleiben, statt quer durch die Nachbarschaft zu schnuppern (natürlich alles auf lockerer Leine).

Nasenarbeit und Apportieren – Spaß statt Langeweile
Eines unserer Lieblingstools im Alltag: die gute alte Futtersuche. Statt Lotti einfach ihre Mahlzeit in den Napf zu schütten, streue ich Trockenfutter im Garten und lasse sie schnüffeln. Das geht immer – bei jedem Wetter, auch im Wohnzimmer auf dem Teppich. Und weißt Du was? Sie liebt es! Futterschnüffeln gehört zu den besonders ausgleichenden Beschäftigungen – laut Hundetrainern blühen schüchterne Hunde dabei richtig auf und sogar Zappel-Pudel werden ruhiger. Auch beim Konditionieren setzt die Suche Glückshormone frei und baut Stress ab. Es ist echt wie ein Meditationstool für Hunde (und für gestresste Hundeeltern 😅).
Beim täglichen Futterschnüffeln kann Lotti so richtig in ihrem Element sein – voller Fokus und Ruhe. Später haben wir sogar auf einen Schnüffelteppich umgestellt: Da verstecke ich Leckerlis zwischen Fasern, und Lotti muss mit der Nase suchen. Das fördert die mentale Fitness und sorgt für Ausgeglichenheit.
Neben der Nasenarbeit haben wir auch das Apportieren mit einem Futterbeutel geübt. Ich habe Lotti einen gefüllten Futterbeutel präsentiert, Weil ich gemerkt habe, dass sie sehr lange keine Lust auf das apportieren hatte und sie Futter liebt. Ganz Normal für ein Labrador. Ich habe den Beutel langsam in Laufrichtung hin- und hergezogen, damit sie ihn spannend findet. Als sie ihn schließlich ins Maul nahm, gab’s sofort Leckerchen zum Tausch. So lernte sie, das „Brings“-Spiel mit dem Beutel zu mögen. Dann warfen wir den Beutel – Lotti rannte hinterher, nahm ihn auf, kam zurück und tauschte ihn gegen Belohnungen ein. Schritt für Schritt bauten wir das aus: öfter auf weiter Entfernung, später mit Schleppleine.
Dank dieser Übungen hat sich Lottis Impuls gesteuert: Sie lernt, erst Sitz zu machen, Beutel fallen zu lassen, und nur nach Freigabe loszurennen. Das ist wie ein kleines Ritual: Sitz, Beutel werfen, Lotti bleibt, macht vielleicht einen Trick, und dann das Okay! Dieses Impulse kontrollieren beim Spielen spiegelt sich nicht nur im Apportiertraining wider – wir machen die Methode auch beim Ballspiel (dazu gleich mehr). Übrigens hat uns ein hochwertiger Schleppleine enorm geholfen, damit sie beim Apportieren nicht gleich über alle Hänge abhaut.
Ruhiges Alleinebleiben – Schritt für Schritt zum entspannten Hündchen
Lotti und das Alleinbleiben – das war echt ein Kapitel für sich. Anfangs wurde sie hektisch, sobald ich auch nur nach zehn Sekunden den Raum verließ. Ich habe verstanden: Ich muss ihr Tempo respektieren und das Training molchschrittig aufbauen. Wenn ich immer wieder stressig auf „letzte Chance für Streichler“ sitze und dann abhaue, bleibt unser Hund bis an sein Limit gestresst zurück. Stattdessen habe ich mich auf kleine Erfolgserlebnisse konzentriert:
- Schrittweise verlängern: Zunächst übten wir das Ruhigbleiben in der Wohnung: Lotti legte sich ins Wohnzimmer, ich ging eine Tür weiter (ohne mich umzudrehen) und wartete eine Minute. Ganz wichtig: üben, bis sie entspannt bleibt! Erst ein „okay, du darfst“ und ein „gut gemacht“ – dann raus aus der Tür. Erst Sekunden, dann Minute um Minute erhöhen.
- Türen offen lassen: Anfangs habe ich die Tür gar nicht geschlossen. Das ist ein Tipp aus der Trainer-Ecke: Wenn sie vor der Tür liegt und wartet, ist sie meist nicht entspannt. Deshalb hab ich nur kurz die Tür geöffnet – ohne Knall. Nur wenn Lotti sich im Inneren ruhig verhielt, habe ich kurz die Tür zufallen lassen – wirklich nur für Sekunden.
- Routinen schaffen: Wir haben feste Abschiedsrituale eingeführt. Zum Beispiel: Ich lege ihr Lieblingsspielzeug hin, sage ruhig „Bis gleich“, dann verlasse ich den Raum. Komme zurück und lobe sie, wenn sie entspannt geblieben ist. .
- Geduld und Positivität: Ganz oft wurde uns geraten: Mit Geduld ans Hundetempo anpassen. Einen beängstigten Hund abzuschotten bringt oft mehr Schrecken. Ich habe immer positiv gesprochen, nie geschimpft. Rückschritte haben wir tapfer akzeptiert (vor allem Abends, wenn Lotti auf ihr Futter wartete – dann ist sie bekanntermaßen viel aufgeregter). An diesen Abenden nahm ich kleinere Schritte zurück und übe sanfter.
Ein spannender Effekt war unser Urlaub: Plötzlich klappte Lottis Alleinebleiben auf Anhieb besser – komisch, oder? Im Ferienhaus war sie entspannt, weil alles neu war und vielleicht der Futter-Rhythmus anders. Solche kontextabhängigen Änderungen passieren – unser Umfeld wirkt da stark mit. (Deshalb nehme ich ihr unterwegs immer ein bekanntes Tuch mit, das Zuhause riecht, damit sie beim Alleinsein vertraute Düfte hat.)
Kurz&Knapp: Starte mit SEKUNDEN. Lässt Du deinen Hund entspannt 2 Sekunden alleine liegen, belohne das. Dann 5 Sekunden, 10 Sekunden, … Langsam wird es zur Gewohnheit. Wenn Du merkst, er ist entspannt, komm zurück, gib Lob und Leckerli. Schritt für Schritt wird aus 5 Sekunden irgendwann eine Viertelstunde. Wichtig ist: Bleib cool und belohne ruhiges Warten. Jeder Hund hat sein Tempo – orientiere Dich daran.

Impulskontrolle mit Ballspielen – Ruhe vor dem Spaß
Wo wir gerade beim Üben sind: Das tägliche Ballspiel nutzen wir als Impulskontroll-Training. Lotti liebt den Ball es, wenn wir mit Ball spielen, aber nur solange wir das möchten und auch sie, denn irgendwann möchte sie auch nicht mehr! Wie wir ihr das beigebracht haben? Wir haben mit keinem Ball angefangen, sondern spielsachen, die nicht so ein Reiz haben und dann haben wir es stück für stück gesteigert. Bis wir folgendes Mit dem Ball trainiert haben.
So geht’s: Ich lasse sie zuerst sitzen, dann werfe ich den Ball (oder verheimliche ihn kurz auf dem Boden). Springt sie auf, stoppe ich sie, bringe sie zurück ins Sitz und versuche es erneut. Bleibt sie hingegen ruhig sitzen (dafür gibt’s ein freudiges „Okay, hol!“ und viel Spiel), hat das Sitzenbleiben einen Belohnungseffekt. Mit jedem Erfolg wächst ihre Impulskontrolle – sie lernt, dass Abwarten sich lohnt. Genau dieses Prinzip haben wir aus einem Impulskontroll-Übung: Ruhig sitzen, erst nach Freigabe losrennen.
Gelassenheit lernen beim Spiel: Hier wartet Lotti brav auf das Freigabe-Kommando, bevor sie den Ball holt. Durch solche Geduldsübungen erhöhen wir ihre Impulskontrolle spürbar.
Du könntest jetzt einwenden: Aber sie liebt es doch, den Ball zu fangen! Ja, genau das nutzt man clever aus. Zum Beispiel: Ball werfen, Lotti soll „Sitz“ bleiben. Sobald sie kontrolliert wartet (und vielleicht sogar einen Trick zeigt), gibt’s den Daumen-hoch und jetzt: Ball holen. Falls sie anfängt zu zappeln, verziehe ich mich einen Moment oder hole den Ball selbst ein Stück zurück – kurze Verzögerung als Training. Ein Kennenlernen von „erst warten, dann Spaß“ hat uns geholfen. Wichtig war nur, dass ich das Spiel nicht zu lange ziehe – irgendwann ist sie müde (und wir Menschen auch 😄), dann war’s genug.
Kurz & knackig: Ballspiele können Doppelzweck: Spaß + Training. Fordere Deinen Hundin mit einem Sitz oder Bleib heraus, bevor Du den Ball wirfst. Variiere die Entfernung und Intensität. Belohne Geduld mit Freude. Schon kurze Übungen (3–5 Wiederholungen) machen einen Unterschied. Bald wird Dein Hund den Blickkontakt abwarten, bevor er losstürmt – echte Impulskontrolle!

Spielzeugmanagement – Du entscheidest die Spielzeit
Ganz wichtig noch: Spielzeug nicht rumliegen lassen. Klingt streng? Naja, so ist es. Ich habe gelernt: Wenn der Ball immer da ist und der Hund endlos damit spielen könnte, bleibt er unruhiger. Wir haben jetzt einen einfachen Trick: Spielzeug landet weggeräumt. Ball, Plüschhäschen & Co. gibt es nur auf Kommando oder zu fest vereinbarten Spielzeiten. Das steigert die Vorfreude – und vor allem die Selbstbeherrschung.
Wissenschaftlich untermauert wurde mir, dass Hunde sonst in ständiger Reizbereitschaft leben: Sie denken, es muss ja sofort Action kommen, weil immer was los ist. Indem wir das Spielzeug verschwinden lassen, schaffen wir Ruhe. Ein Artikel warnt: „Ein Hund, der von einer Aktivität zur nächsten hetzt, kann sich nicht entspannen. Er ist ständig auf Reize gepolt, Frust auszuhalten fällt dann schwer“. Genau das wollten wir nicht mehr. Also gehört zu unserer Routine: Nach dem Spielen räumen wir auf. Lotti hat gelernt: Ich bestimme, wann Schluss ist. Und siehe da – die letzte Runde Bällchenwerfen wurde wieder mit mehr Gelassenheit beendet.

Häufige Fragen zum Training
F: Wie kann ich die Frustrationstoleranz meines Hundes im Alltag stärken?
A: Ganz viele kleine „Frustübungen“ bringen den Hund weiter. Zum Beispiel: Lasse den Hund auf einem Spaziergang kurz sitzen, bis du ihn mit einem Komm! freigibst. Baue „Warte“-Signale beim Aus-der-Tür-Gehen ein, verteile Futter auf dem Boden zum Aufsammeln oder nutze die genannte Bank-Ignorier-Übung. Wichtig ist: Zuerst sichere Ruhe und Entspannung, dann immer wieder kurz fordern (max. 1–2× täglich, sonst wird’s stressig für den Hund). Belohne ruhiges Ausharren – dann wächst die Frustrationstoleranz allmählich.
F: Wo liegt der Unterschied zwischen Impulskontrolle und Frustrationstoleranz?
A: Impulskontrolle bedeutet, ein Bedürfnis auszuhalten, bis ein „Go!“ kommt – z.B. beim Ball oder vor dem Futternapf sitzen bleiben. Frustrationstoleranz heißt dagegen, Geduld ohne unmittelbare Belohnung. Beim Frusttraining bekommt der Hund am Ende gar nichts (z.B. wenn man das Futter stehen lässt und wegräumt, trotz Abwarten). Beide Fähigkeiten arbeiten zusammen. Durch Impulskontrolle lernt der Hund, Wünsche zu zügeln – und durch Frusttraining, Unangenehmes auszuhalten ohne Hilfe. Kurz: „Impuls bremsen“ vs. „Frust ertragen“.
F: Wie lerne ich meinem Hund entspanntes Alleinbleiben?
A: Ganz langsam anfangen! Schau, in der richtigen Reihenfolge: Erst Vertrauen in Ruhe üben (Musik, Lavendel, Lieblingsplatz) und dann erst kleine Abwesenheiten. Wichtig ist, dass der Hund ruhig bleiben muss, sonst geht’s nicht weiter. Starte bei wenigen Sekunden, oft wiederholen – nur loben, wenn er entspannt bleibt. Mach Routinen: Vor Verlassen erklärend sagen und gehen (ruhig, ohne Hast). Vermeide plötzlichen Türknall. Nach und nach kannst Du wirklich wenige Sekunden fortgehen, dann Minuten, bis zum halben Spaziergang oder Arbeitsweg. Und wenn’s nicht klappt? Keine Panik: Pause machen, Ruheübungen verstärken und es nochmal angehen. Ein guter Hinweis aus der Community: Stelle eine Kamera auf. Nur so siehst Du genau, ob er wirklich panisch ist oder sich heimlich entspannt – dann kannst du besser einschätzen.
F: Wie lange dauert’s, bis sich Erfolge zeigen? Und was ist mit Rückschlägen?
A: Das Tempo entscheidet Dein Hund. Manche lernen schnell, andere brauchen Wochen. Bei Lotti haben wir eine riesige Steigerung schon nach einigen Monaten gemerkt – besonders, seit sie sich körperlich gefordert hat und Ruhe gelernt hat. Doch wir hatten auch Rückschläge (z.B. Abends statt morgens besser). Mein Rat: Nicht entmutigen lassen! Jeder Mini-Fortschritt zählt. Wenn etwas nicht klappt, geh einen Schritt zurück. Z.B. war alleiniges Schließen der Haustür zuerst Stress für Lotti – also haben wir das Türenschließen nur kurz und nach Musiktraining geübt. Wichtig ist, konsequent, aber sanft zu bleiben und immer wieder neu anzusetzen.
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F: Welche Hilfsmittel helfen im Alltagstraining?
A: Oh, da gibt’s ein paar Lieblinge, die wirklich Gold wert sind:
- Futterbeutel: Wie schon erwähnt, habe ich immer einen Futterbeutel dabei. Ich fülle ihn mit Lieblingsleckerlis. Beim Training spare ich mir Suchen, weil sie sofort aus der Tasche grabbeln kann. Es gibt tolle Modelle (z.B. von Trixie* oder WildOne*), die Du am Gürtel tragen kannst. Lotti hat gelernt, den Beutel mitzubringen oder ein Suchspiel damit zu spielen. Vor allem beim Apportieren ist das klasse.
- Schnüffelteppich: Wie oben besprochen, ist das einfach ein Mega-Spaß für den Hund. Ein Schnüffelteppich (Nasenarbeit-Matte) stimuliert Kopf und beruhigt. Ich empfehle z.B. den bekannten Nina Ottosson Schnüffelteppich*. Da musst Du nur Leckerchen reinschieben und der Hund sucht sie. Es ist Beschäftigung auf Hirn-Niveau und gleichzeitig wie Entspannungstherapie. (Affiliate-Tipp: Es gibt eine Reisetasche-Version für unterwegs – ideal für den Urlaub oder Café-Besuch.)
Diese Produkte machen das Training nicht unmenschlicher, sondern gerade verständlicher für den Hund. Sie setzen klare Signale und erleichtern uns das Handling. Aber das Wichtigste sind Du und Dein Verhalten – der Einsatz von Equipment ist nur das Sahnehäubchen.
Fazit: Zusammen packen wir’s an!
Puh, ganz schön viel Stoff, oder? Aber ich hoffe, Du siehst: Hinter jeder Übung steckt ein Stück Alltag, das Du mit Konsequenz ändern kannst. Lotti hat Schritt für Schritt gelernt, geduldiger zu sein: Sie bleibt jetzt ruhig sitzen, wenn Trubel ist. Sie zieht kaum noch an der Leine. Sie apportiert brav nach Kommando. Und sie findet Zeit allein zu entspannen – manchmal jedenfalls 😉.
Natürlich klappt nicht alles sofort. Aber gerade der Urlaubs-Erfolg hat mir gezeigt: Es lohnt sich dranzubleiben. Kleiner Tipp: Mach Dir Notizen über die kleinen Siege, und teile sie (wie ich) mit anderen gestressten Hundeeltern! So eine Erfolgserfahrung motiviert, wenn man mal frustriert sein sollte.
Wenn Du jetzt denkst: „Boah, das kann ich nie alles allein schaffen!“ – hey, wir sind alle am Lernen. Suche Dir ggf. eine Hundetrainerin, tausch Dich in Foren oder Gruppen aus. Oder trag Dich in meinen Newsletter ein – da gibt’s regelmäßig kostenlose Tipps, Checklisten (z.B. „Die 5 Schritte zum entspannten Alleinebleiben“) und genaue Anleitungen, Schritt für Schritt. Zusammen kriegen wir unsere Fellnasen gelassen und glücklich! 🐶💪
In diesem Sinne: Immer locker bleiben – für Dich und Deinen Hund!
Wenn du zusätzlich gezielt an Impulskontrolle arbeiten willst, findest du hier auch mein eigenes Produkt:
Mein Hund kann nicht warten – 7 Übungen für mehr Impulskontrolle
